Griechenland reagiert skeptisch auf Entgegenkommen Mazedoniens im Namensstreit

Griechen sind im Namensstreit mit Mazedonien skeptisch

Griechische Medien und Oppositionspolitiker haben skeptisch auf das geplante Entgegenkommen Skopjes im jahrzehntelangen Streit um den Namen "Mazedonien" reagiert. Beide Staaten beanspruchen das Wort und das damit verbundene historische Erbe für sich. Zuletzt hatte Mazedoniens Regierungschef Zoran Zaev jedoch angekündigt, den Flughafen der Hauptstadt Skopje und eine Autobahn umzubenennen und so von historischem Ballast zu befreien.

Zaev hatte am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem griechischen Amtskollegen Alexis Tsipras in Davos gesagt, sein Land werde den Namen des Flughafens von Skopje ändern. Dadurch wolle er sein "starkes Engagement" für ein Ende des Streits verdeutlichen. Derzeit ist der Flughafen nach dem antiken König Alexander dem Großen benannt, den beiden Länder für sich reklamieren. Außerdem werde die ebenfalls nach Alexander dem Großen benannte Nord-Süd-Autobahn des Landes künftige "Autobahn der Freundschaft" heißen, fügte Zaev hinzu.

Griechische Regierungskreise lobten die "offenen Gespräche". Die Opposition zeigte sich deutlich skeptischer. Solche Ankündigungen könne eine künftige Regierung in Skopje künftig "leicht widerrufen", sagte der konservative Außenpolitiker Giorgos Koumoutsakos. Der proeuropäische Politiker Stavros Theodorakis sagte, die Namensänderungen seien "willkommen und nötig", aber nicht ausreichend.

Die regierungskritische Zeitung "Ta Nea" warf dem sozialistischen Regierungschef Tsipras vor, dieser habe Mazedonien für "ein Zeichen und zwei Straßen" das Tor zu Europa geöffnet. Die liberale Zeitung "Kathimerini" verwies darauf, dass trotz der "Geste des Guten Willens" weiter "tiefe Differenzen" bestehen.

Der Namensstreit reicht bis ins Jahr 1991 zurück, als die jugoslawische Ex-Republik ihre Unabhängigkeit erklärte und den Namen Mazedonien für sich wählte. Aus Sicht Griechenlands ist der Name Mazedonien jedoch Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz gleichen Namens.

Wegen des schwelenden Streits wird Mazedonien bei der UNO mit dem sperrigen Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien - auf englisch abgekürzt FYROM - geführt. Der Namensstreit mit Griechenland blockiert seit Jahren die Beitrittsgespräche Skopjes mit der EU und der Nato. Erst am Sonntag hatten zehntausende nationalistische Griechen in Thessaloniki gegen Zugeständnisse an das Nachbarland demonstriert.