Griechenland: DNA-Proben sollen helfen Tote zu identifizieren

Nachdem Waldbrände die griechische Küstenstadt Mati verwüstet haben, finden Rettungskräfte weitere Opfer. Über 80 Tote sind es inzwischen, es wird allerdings erwartet, dass sich ihre Zahl auf über 100 erhöht.

"Körper sind bis zur Unkenntlichkeit verkohlt"

In Athen geben Menschen auf der Suche nach Angehörigen DNA-Proben in der Gerichtsmedizin ab. Sie sollen bei der Identifizierung der Leichen helfen: " Das ist eine sehr schwierige Prozedur, schwieriger als bei anderen Katastrophen, die wir in der Vergangenheit zu bewältigen hatten, denn die meisten der Körper sind bis zur Unkenntlichkeit verkohlt und das erschwert ihre Identifizierung", sagt Gerichtsmediziner Nikos Kalogrias.

"Wir haben die Flammen gesehen, als sie 300 Meter entfernt waren"

Einige der Menschen, die hier herkommen, sind den Flammen selbst nur knapp entkommen.

"Wir wurden nie gewarnt, dass das Feuer in der Nähe ist. Wir haben die Flammen gesehen, als sie 300 Meter von uns entfernt waren. Keiner hat uns gewarnt, dass das Feuer die Hauptstraße passiert hatte. Wenn sie es uns gesagt hätten, wären uns wenigstens 5 Minuten zur Flucht geblieben. Aber niemand hat irgendwas gesagt. Sonst waren immer Polizei und Feuerwehr vor Ort, um uns zu helfen. Die einzige Feuerwehr haben wir gesehen, als wir schon fast am Meer waren", sagt einer der Überlebenden.

Keine offiziellen Helfer vor Ort

Neben DNA-Proben bat man die Angehörigen weitere Informationen zu geben, die den Prozess der Identifizierung beschleunigen könnten, wie beispielsweise Zahnarztakten.

"Nach Angaben des Gerichtsmediziners sind die Opfer entweder verbrannt oder ertrunken. Die Identifizierung der Toten durch einen DNA-Vergleich wird zwei Tage dauern. Die Angehörigen, die hier ankommen, sind am Boden zerstört. Die meisten haben eine große Beschwerde: dass es keinen einzigen offiziellen Helfer vor Ort gab, der sie oder ihre Angehörigen unterstützt hat."