Erstmals seit 10 Jahren: Grenzübergang Rafah in Gaza geöffnet

Die Entspannung zwischen den beiden größten Palästinensergruppen Fatah und Hamas trägt erste Früchte. Erstmals seit zehn Jahren wurde der Grenzübergang Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten wieder unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde geöffnet.

Eine Frau meint: “Ich hoffe, der Grenzübergang bleibt offen. Das wäre so wichtig für mich, für meine medizinische Versorgung und auch, um Familienmitglieder besuchen zu können.”

Rafah im Süden des Gazastreifens ist der einzige nicht von Israel kontrollierte Zugang zum Gazastreifen und sollte zunächst drei Tage offen bleiben.

Die radikalislamische Hamas hatte die Parlamentswahl 2006 gewonnen und ein Jahr später die gemäßigtere Fatah von Abbas gewaltsam aus dem Gazastreifen vertrieben. Abbas regierte seither mit seiner Fatah nur

im israelisch besetzten Westjordanland.

Nach vielen vergeblichen Anläufen vereinbarten die Hamas und Fatah dann am 12. Oktober in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ein Versöhnungsabkommen. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland.

Der Gazastreifen ist mit 360 Quadratkilometern Fläche nur etwa halb so groß wie Hamburg, die meisten Menschen leben in großer Armut. Israel, EU und USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Der Gazastreifen wird von Israel und Ägypten weitgehend blockiert.