Grenke verlängert Anleihe nach Covid und Betrugsvorwürfen

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Grenke AG wird ihre bestehende unbefristete Hybridanleihe nicht zum ersten möglichen Termin im März kündigen, um so Kapitalbasis und Liquidität zu stärken. Über das Einlagengeschäft der Grenke Bank hat sich das Unternehmen zudem weitere Mittel besorgt. Die Leasingfirma leidet unter der Coronakrise und Betrugsvorwürfen des Leerverkäufers Fraser Perring.

“Mit Verlängerung unserer ersten Hybridanleihe schonen wir Liquidität und schaffen ebenfalls die Basis für eine nachhaltig solide Kapitalausstattung”, sagte Finanzvorstand Sebastian Hirsch am Dienstag bei der Vorlage von Zahlen zum Neugeschäft.

Bei der Hybridanleihe handelt es sich um eine AT1-Anleihe, die der Konzern am 22. Juli 2015 im Volumen von 30 Millionen Euro begeben und am 20. Dezember 2016 um 20 Millionen Euro aufgestockt hatte.

Das Einlagengeschäft der Grenke Bank bildet daneben eine wichtige Säule der Konzernrefinanzierung mit einem Bestandsvolumen von 1,54 Milliarden Euro zum Jahresende, verglichen mit 1,30 Milliarden Euro drei Monate zuvor. Gegenüber dem Dezember 2019 stieg das Einlagevolumen von 884,2 Millionen Euro um 73,9%.

Die Aktien von Grenke pendelten am Dienstag im frühen Handel in Frankfurt zwischen Gewinnen und Verlusten und notierten zuletzt 0,2% fester bei EU37,42.

Neugeschäft halbiert

Im 4. Quartal 2020 hatte Grenke ein Leasing-Neugeschäft von 426,7 Millionen Euro erzielt. Das sind nur 56,3% des Vorjahresquartals. Der Wert liegt aber im Rahmen des Zielvolumens von ungefähr 60% des Vorjahresquartals, das noch vor Bekanntwerden des zweiten Lockdowns kommuniziert worden war.

Mit dem Neugeschäftsvolumen beziffert Grenke die Summe der Anschaffungskosten aller neu erworbenen Leasinggegenstände. Das Unternehmen betonte am Dienstag, dass es sich in der Coronakrise auf profitables Neugeschäft konzentriert habe. Dieser Kurs solle weiter beibehalten werden, solange die Pandemie anhalte.

Perring hatte Grenke im September vorgeworfen, Akquisitionen von Franchisefirmen zu nutzen, um zu verschleiern, dass ein Großteil der ausgewiesenen liquiden Mittel nicht existiere. Zudem erklärte er, in dem Unternehmen gebe es Mängel bei den internen Kontrollen. Auch mögliche Geldwäsche brachte Perring ins Spiel.

Grenke hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Dennoch beauftragte das Unternehmen zwei interne Untersuchungen und kündigte Veränderungen an. So soll beispielsweise das Franchise-Geschäft eingegliedert werden. Zudem gibt es seit kurzem im Vorstand den Posten eines Risiko-Chefs. Ermittlungen der BaFin dauern an.

(Ergänzt um Kursentwicklung im 5. Absatz)

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