Greenpeace: Radioaktive Wolke keine Gefahr für Westeuropa

Die jüngste radioaktive Wolke ruft Erinnerungen an die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl 1986 wach.

Doch im jüngsten Fall gehen europäische Experten nicht von einem Vorfall in einem Kernkraftwerk aus.

Bei einem solchen Unglück hätten neben Ruthenium-106 auch Jod, Cäsium oder Plutonium in der Luft festgestellt werden müssen.

Nach Meinung von Jan Jan van de Putte, Spezialist für Radioaktivität bei Greenpeace, besteht in Westeuropa keine Gefahr für die Gesundheit.

Der Einfluss auf die unmittelbare Umgebung um Majak sei indes sehr gross und könne eine Gefahr bedeuten.

Angesichts der großen Entfernung würden die hohen Werte aber deutlich abgeschwächt, was das Krankheitsrisiko in Westeuropa deutlich reduziere.

Vermutet wird, dass die Atomanlage Majak Ursprung der radioaktiven Wolke ist.

Dort wird unter anderem radioaktives Material aufbereitet.

Ruthenium-106 werde vor allem in der Medizin zur Strahlenbehandlung von Augentumoren verwendet, so van de Putte.

Eine der Hypothesen sei, dass das Material in einem für Recycling vorgesehenen Metallbehälter geschmolzen sei und das die Freisetzung der Wolke ermöglicht habe.