Greenpeace protestiert mit Johnson-Statue gegen Ölförderung

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LONDON (dpa-AFX) - Mit einer ölbespritzten Statue des britischen Premierministers Boris Johnson hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen Ölbohrungen vor Schottland protestiert. Gut ein Dutzend Aktivisten kettete sich vor dem Eingang zur Downing Street, in der sich der Regierungssitz befindet, an nachgemachten Ölfässern und einer 90 Kilogramm schweren Statue fest. Auf Bannern forderten sie: "Boris: Stop Cambo." Mindestens drei Menschen wurden festgenommen, wie die Nachrichtenagentur PA am Montag meldete.

Der Protest richtete sich gegen die britische Abhängigkeit von Ölförderungen sowie gegen Pläne für das neue Ölfeld Cambo etwa 125 Kilometer nordwestlich der Shetland-Inseln. Die Regierung hält trotz Protesten an dem Projekt fest. Wenige Wochen vor Beginn der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow kritisieren Umweltschützer, das Feld werde 170 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl produzieren und soviel CO2-Emissionen erzeugen wie 18 Kohlekraftwerke. Die Hände der Johnson-Statue waren symbolisch ölschwarz gefärbt.

"Johnson muss Cambo stoppen und stattdessen einen gerechten Übergang zu erneuerbaren Energien priorisieren, um Verbraucher, Arbeitnehmer und das Klima vor zukünftigen Schocks zu schützen", sagte Philip Evans von Greenpeace UK. "Wenn er es nicht tut, wird er als monumentaler Klimaversager in Erinnerung bleiben."

Großbritannien kämpft derzeit wie viele Staaten weltweit mit einem enormen Anstieg der Energiepreise. Weil zu wenige Lastwagenfahrer vorhanden sind, um Kraftstoff auszuliefern, blieben zuletzt viele Tankstellen leer. Zudem gerieten viele Gasversorger in Zahlungsschwierigkeiten und gaben auf.

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