Greenpeace: Klimaziel nur noch durch raschen Kohleausstieg möglich

Braunkohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen

Deutschland kann laut Greenpeace das Klimaziel für 2020 nur noch erreichen, indem Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Dies sei die einzige Maßnahme, die schnell genug die nötige Menge CO2 einsparen könne, erklärte die Umweltschutzorganisation am Mittwoch. Einer Studie im Auftrag von Greenpeace zufolge könnten innerhalb der kommenden drei Jahre Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 17 Gigawatt vom Netz genommen werden, "ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden".

Deutschland exportiere derzeit große Mengen Kohlestrom ins Ausland, während moderne und weniger klimaschädliche Gaskraftwerke oft nur auf Teillast liefen, erklärte Greenpeace. Durch das Schließen von "überflüssigen" Kohlekraftwerken lasse sich der CO2-Ausstoß um jährlich 88 Millionen Tonnen senken. "Die künftige Bundesregierung darf nicht länger zuschauen, wie Kohlekraftwerke, die niemand braucht, Deutschlands Klimabilanz ruinieren", forderte Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss.

Das UBA hatte am Dienstag eine Stilllegung der ältesten und ineffizientesten Braunkohlekraftwerke sowie eine Drosselung der Stromproduktion der übrigen Anlagen empfohlen, um die Klimaziele 2020 noch zu erreichen. Ziel ist es, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent verglichen mit 1990 zu verringern.

Amprion, einer der vier großen Netzbetreiber in Deutschland, fürchtet indes eine Überforderung der Stromnetze im Fall eines schnellen Kohleausstiegs. "Ein rascher Kohleausstieg wäre für das Transportnetz eine enorme Herausforderung", sagte der technische Geschäftsführer von Amprion, Klaus Kleinekorte, dem "Handelsblatt".