Greenpeace-Chefin: Für ehrgeizige EU-Klimapolitik deutsches Voranschreiten nötig

Jennifer Morgan

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan schreibt Deutschland eine Schlüsselrolle bei der EU-Klimapolitik zu. "Bevor wir ein ambitioniertes Deutschland sehen, ist es schwierig, eine ambitionierte EU zu sehen", sagte sie am Mittwoch den Sendern RTL und n-tv. Auch außerhalb Europas sieht sie hohe Aufmerksamkeit für das deutsche Vorgehen: "Die Welt schaut nach Deutschland, um zu sehen: Können sie den Kohleausstieg bitte früher schaffen? Können die Klimagesetze ambitionierter sein?"

Einen Grund dafür, dass es mit der Klimaschutzpolitik in nicht so rasch vorangehe wie von Greenpeace gewünscht, sieht Morgan in der Sorge um Branchen wie die Autoindustrie. Nötig seien hier vor allem klare Vorgaben für die Unternehmen, sagte sie. "Es gelingt, wenn es ein klares Gesetz gibt für eine klimaneutrale Welt bis optimal 2040 in Europa, und wenn die Unternehmen sagen, was für Gesetze sie brauchen, was für Forschung sie brauchen. Dann könnte es sehr schnell gehen."

Die Unternehmen seien jedoch "noch immer in derselben Defensive wie in den letzten 20 Jahren, darum ist jetzt so wenig Zeit", kritisierte die Greenpeace-Chefin. "Sie müssen jetzt handeln, denn die Atmosphäre wird nicht warten."

Morgan äußerte sich den Angaben zufolge am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Dort ist in diesem Jahr der Klimawandel ein wichtiges Thema.