Great Barrier kommt nicht auf Liste des bedrohten Welterbes

Luftaufnahme des berühmten Riffs vom November 2014

Das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens kommt vorerst nicht auf die Liste des gefährdeten Welterbes. Der Aktionsplan der australischen Regierung zum Schutz des weltberühmten Korallenriffs habe das derzeit in Krakau tagende Unesco-Welterbekomitee überzeugt, sagte die Sprecherin des Komitees, Anika Paliszewska, am Donnerstag.

Die australische Regierung war 2015 knapp daran vorbeigeschlittert, dass die Unesco das Great Barrier Reef als gefährdetes Weltnaturerbe einstuft. Canberra sagte damals zu, über das kommende Jahrzehnt mehr als zwei Milliarden australische Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) für den Schutz der Touristenattraktion zur Verfügung zu stellen.

Ein bis 2050 angelegtes Schutzprogramm sieht unter anderem vor, die Wasserverschmutzung um 80 Prozent zu reduzieren. Zudem wurde das Versenken von Aushub in dem Gebiet verboten, die Hafenentwicklung in der Region wurde begrenzt. Das Welterbekomitee rief die australische Regierung in seiner Entscheidung vom Mittwoch auf, seine Anstrengungen zu "beschleunigen", um die mittel- und langfristigen Ziele des Aktionsplans tatsächlich zu erreichen.

Das aus 2500 einzelnen Riffen bestehende, riesige Gebiet mit seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt gehört seit 1981 zum Weltnaturerbe. 2016 und 2017 war es von einer schweren Korallenbleiche betroffen, für die Wissenschaftler vor allem den Klimawandel verantwortlich machen. Zwar sei das Unesco-Welterbekomitee "sehr besorgt" über das Phänomen, erklärte die Sprecherin. Doch sehe es noch nicht die Notwendigkeit, dass Riff deshalb auf die Rote Liste zu setzen.