„Gravierende Auswirkungen“: Das droht, wenn das Katar-Ultimatum platzt

John Stanley Hunter
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Am Dienstag läuft das Ultimatum aus, das eine von Saudi-Arabien geführte Koalition Katar gestellt hatte. Dabei geht es um 13 Forderungen, die das Emirat erfüllen muss — es soll unter anderem die diplomatischen Beziehungen zum Iran beenden und den Betrieb des Fernsehsenders al-Jazeera einstellen.

Gabriel in Katar: „besorgniserregender Konflikt“

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel besucht für drei Tage die Golfregion, um in der Krise um Katar zu vermitteln. Er wolle für einen Dialog werben, erklärte er vorab in Berlin: „Seit mehreren Wochen stehen sich Bruder- und Nachbarstaaten in einem besorgniserregenden Konflikt gegenüber. Was es jetzt braucht, ist ein ernsthafter Dialog zwischen den Beteiligten, um konstruktive Lösungsansätze durch Verhandlungen zu entwickeln.

Sebastian Sons von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik geht nicht davon aus, dass Katar die Fülle der Bedingungen erfüllen wird. „Das wurde von der politischen Führung schon deutlich gemacht“, sagte er Business Insider am Montag. „Die Blockade-Staaten um Saudi-Arabien werden also den Druck erhöhen müssen, der zum Beispiel darin münden könnte, Katar vom Golfkooperationsrat auszuschließen.“

„Deutschland wird von allen Konfliktparteien geschätzt“

Er zweifelt daran, dass Gabriel bei seinem Besuch Vermittlungsbemühungen anregen könne. „Deutschland wird zwar von allen Konfliktparteien geschätzt, verfügt aber über zu wenig Einfluss, um tatsächlich eine diplomatische Lösung initiieren zu können“, so Sons.

Der Saudi-Arabien-Experte bewertet die Haltung der US-Regierung gegenüber der Katar-Krise als „uneinheitlich“. Trump hätte „mit seiner einseitigen Parteinahme für Saudi-Arabien nur noch mehr Öl ins Feuer gegossen.“

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