Graue Haare wegen Stress: Neue Studie zeigt Umkehr des Phänomens

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Eine Studie des Columbia University Irving Medical Center hat erstmals belegt, dass Stress die Haare zwar grau macht, diese aber nach Ende einer stressigen Phase auch wieder zu ihrer ursprünglichen Farbe zurückkehren können. Das Forscherteam analysierte die Haare von 14 Freiwilligen und glich sie mit den Einträgen in ein persönliches Stresstagebuch ab. Die einzigartigen Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin „eLife“ veröffentlicht.

Als Folikel unter der Haut sind Haare Stresshormonen und anderen psychischen und körperlichen Einflüssen ausgesetzt, die Veränderungen der Farbpigmente zur Folge haben können. Diese zeigen sich, sobald das Haar aus der Haut wächst und sich dort verhärtet. Bisher war es schwierig genau zu messen, wann und wie sehr sich Einflüsse wie Stress auf die Haare auswirken und einen Zusammenhang zwischen psychischem Stress und grauen Haaren herzustellen.

Der Erstautor der Studie, Ayelet Rosenberg, hat daher eine Methode entwickelt, bei denen Haare in hauchdünnen Schichten unter einem hochauflösenden Scanner betrachtet werden können. Anhand dieser Einblicke in die Haarstruktur und -farbe könne man die Veränderung des Haars in stündlichen Wachstumsphasen analysieren, sagt Rosenberg. Die Erkenntnisse dieser Analyse wurden mit dem Stresstagebuch abgeglichen, dass die 14 Probanden während der Studienteilnahme führten. Zudem untersuchten die Forscher haareigene Proteine und deren Veränderung, die sie mit dem Ergrauen in Verbindung setzen.

Forscher stoßen auf Rückkehr der Haarfarbe während weniger stressiger Zeit

Zweitautorin Shannon Rausser konnte nicht nur Assoziationen zwischen Stress und dem Ergrauen von Haare feststellen, sondern in einigen Fällen auch eine Umkehrung des Ergrauens, wenn der Stress abnahm. „Es gab eine Person, die in den Urlaub fuhr, und fünf graue Haare auf dem Kopf dieser Person wurden während des Urlaubs wieder dunkel“, so Studienautor Martin Picard.

„Das Verständnis der Mechanismen, die es ‚alten‘ grauen Haaren ermöglichen, in ihren ‚jungen‘ pigmentierten Zustand zurückzukehren, könnte neue Hinweise auf die Formbarkeit des menschlichen Alterns im Allgemeinen und wie es durch Stress beeinflusst wird, liefern“, sagt Picard. Die Daten der Studie trügen zu einer wachsenden Zahl von Belegen bei, die allesamt zeigten, dass das menschliche Altern kein linearer, fester biologischer Prozess sei, sondern zumindest teilweise gestoppt oder sogar vorübergehend umgekehrt werden könne.

jr

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