Graue Haare färben: So machen Sie es richtig

Rachel Brozowski
·Lesedauer: 4 Min.

Auf Ihrem Kopf zeigen sich die ersten weißen Härchen? Kein Grund in Panik zu geraten! Wir erklären Ihnen, wie Sie graue Haare färben - ganz einfach und unkompliziert.

Graue Haare färben
Graue Haare färben

Auch wenn der "Granny Style", also das Tragen einer grauen Mähne, schon seit längerem voll im Trend liegt, wollen die meisten Frauen ihre ersten grauen Haare lieber ganz schnell wieder verschwinden lassen. Ein probates Mittel hierfür ist das Färben.

Färben: Was genau ist das?

Während eine Tönung sich nur von außen auf die Haare legt und sich mit der Zeit wieder von allein auswäscht, dringt eine Färbung in das Haar ein. Dauerhafte Haarfärbemischungen enthalten nämlich meistens Ammoniak, ein Färbemittel und Wasserstoffperoxid. Das Ammoniak lässt das Haar aufquellen, so dass die anderen Stoffe in das Haarinnere eindringen können. Wasserstoffperoxid in der Färbung hellt die natürlichen Farbpigmente auf, was eine Tönung nicht kann. Eine Haarfärbung ist dauerhaft und kann nur wieder rauswachsen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie graue Haare färben können:

1. Graue Haare strähnchenweise färben

Wenn sich bei Ihnen bisher nur einzelne graue Haare zeigen, müssen Sie nicht gleich Ihr gesamtes Haar färben. Sie können auch nur einzelnen Strähnen einen Farbschub verleihen, was leuchtende Reflexe in Ihr Haar zaubert und einen Großteil der grauen Haare überdeckt. Die restlichen weißen Härchen fallen in dem gesträhnten Haar weniger auf.

Blondinen sind hier klar im Vorteil, denn gerade in hellem Haar fallen graue Haare weniger auf und können leicht in einen neu gefärbten Strähnchenlook integriert werden. Für sie eignet sich das Färben von Strähnchen in helleren Nuancen als die eigene Naturhaarfarbe (zwei bis drei Nuancen heller). Diese sogenannten Highlights geben Ihnen ein frisches, sommerliches Aussehen.

Wer dunkleres Haar hat, sollte am besten mit sogenannten Lowlights arbeiten. Das sind Strähnchen, die ein bis zwei Nuancen dunkler sind, als der eigene Haarton. Auch sie können im Haar interessante Reflexe schaffen und erste graue Haare in ihre Schranken weisen.

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2. Den gesamten Kopf färben

Wer bereits viele graue Haare hat (mindestens 50 Prozent des gesamten Haares) sollte lieber alles färben, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erlangen. Wenn Sie zuhause färben, greifen Sie zu einer Coloration mit ausdrücklicher Grauabdeckung. Meist finden Sie auf der Packung auch Hinweise darauf, wie intensiv die Grauabdeckung ist - nicht alle Färbungen können zu hundert Prozent abdecken.

Bei der Farbwahl kann man ruhig ein wenig experimentieren. Damit das Ergebnis einigermaßen natürlich wirkt, sollte man jedoch nicht mehr als zwei Nuancen von seiner natürlichen Haarfarbe abweichen.

Einen kleinen Stolperstein beim Färben von grauen Haaren gibt es noch: Die weißen Strähnen nehmen das Färbemittel stärker an als die übrigen Haare. Das kann im Färbeergebnis interessante Reflexe und Kontraste geben. Wenn diese nicht gewollt sind, sollte man lieber zu einem helleren als dunkleren Ton greifen.

Auch wenn Sie graue Haare komplett färben: Nach etwa drei Wochen werden sich wieder die ersten nachwachsenden weißen Härchen an ihrem Ansatz zeigen. Hier ist dann relativ schnell nachfärben angesagt. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken oder die Ansatzfärbung hinauszuzögern, eignen sich in der Zwischenzeit Ansatzsprays oder Haartusche (ähnlich wie Wimperntusche), mit denen graue Haare überdeckt werden können.

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3. Graue Haare färben mit Naturhaarfarben

Neigt man beim Färben mit Chemikalien wie Ammoniak und Wasserstoffperoxid zu Kontaktallergien, geht es auch anders: Mit Pflanzenhaarfarben (wie zum Beispiel Henna) kann man graue Haare ebenfalls hervorragend färben - und das wesentlich haarschonender. Denn bei pflanzlichen Färbemitteln lagern sich die natürlichen Farbpigmente an der Schuppenschicht an und legen sich somit um das Haar herum. Sie schützen das Haar und lassen es meist gesünder und kräftiger aussehen.

Allerdings sollte man nicht zu viel erwarten. Pflanzenhaarfarben können nicht all das, was chemische Färbungen erreichen. Beispielsweise sind sie nicht in der Lage, dunkles Haar heller zu färben.

Wenn Sie zuhause zu Pflanzenhaarfarben greifen, sollte die letzte chemische Behandlung der Haare mindestens sechs Wochen zurückliegen. Genauso ist es, wenn Sie nach einer Färbung mit Naturhaarfarben wieder chemische Färbemittel verwenden wollen: Auch hier sollten einige Wochen dazwischenliegen. Lassen Sie sich beim Friseur die grauen Haare färben, berichten Sie ihm unbedingt von der zurückliegenden Haarbehandlung mit Pflanzenhaarfarbe, damit er dies bei der anschließenden Färbung berücksichtigen kann und das Ergebnis so wird, wie Sie es sich wünschen.

4. Graue Haare färben: Die richtige Pflege danach

Graue Haare, die gefärbt wurden, benötigen eine besondere Pflege. Es gibt im Handel viele spezielle Shampoos, Conditioner und Kuren, die dafür sorgen, dass die neue Farbe möglichst lange intensiv bleibt.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass Ihr Haar mit Feuchtigkeit versorgt wird. Graue Haare neigen von vornherein schon dazu, trockener und störrischer zu sein als pigmentierte Haare. Daher sollten die grauen Haare nach der Färbung unbedingt mit Feuchtigkeitsmasken oder Leave-in-Conditionern versorgt werden. So haben Sie möglichst lange etwas von Ihrer neuen Haarfarbe.

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