Zoff um Zlatans Erbe: Kritik aus Leipzig

Sportinformationsdienst (SID), Martin Hoffmann
Wäre Emil Forsberg (r.) der würdigere Erbe von Zlatan Ibrahimovic gewesen?

Zahn Jahre lang war Zlatan Ibrahimovic Schwedens Fußballer des Jahres. Kaum ist er es mal nicht, gibt's Streit. Mittendrin: Fußball-Bundesligist RB Leipzig.

Ex-Bundesliga-Profi Per Nilsson, inzwischen Assistent von Sportchef Ralf Rangnick beim Rekord-Aufsteiger, ärgert sich nämlich öffentlich, dass Andreas Granqvist Zlatans Erbe antritt - und nicht RB-Stürmer Emil Forsberg.


Nilsson: Warum nicht Forsberg?

"Es klingt vielleicht parteiisch, aber das ist mir egal... Dass Emil Forsberg dieses Jahr nicht den Guldbollen erhält, ist mir vollkommen unerklärlich", twitterte Ibrahimovic' früherer Nationalmannschaftskollege.

Die Wahl zum "Guldbollen" (Goldener Ball) wird von der Zeitung Aftonbladet und dem schwedischen Verband organisiert. Dass Forsberg ihn nicht erhält, versteht offensichtlich auch seine Ehefrau nicht. Shanga Forsberg meldete sich in den sozialen Medien zu Wort - und ließ Kritik durchblicken.

"Emil Forsberg hat in der vergangenen Bundesliga-Saison 22 Vorlagen gegeben, mehr als irgendein anderer Spieler in den fünf größten Ligen Europas", postete sie in einer Instagram-Grafik.


Granqvist beerbt Ibrahimovic

Ibrahimovic war bei der diesjährigen Schweden-Wahl faktisch aus dem Rennen: Da sich der schwedische Superstar im April einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, war der Ex-Nationalspieler sieben Monate außer Gefecht. Erst am vergangenen Wochenende feierte Ibrahimovic sein Comeback für Manchester United.


Nach zehn Siegen in Folge, von 2007 bis 2016, musste sich der 36-Jährige Andreas Granqvist geschlagen geben. Der Verteidiger vom FC Krasnodar hatte die Schweden als Kapitän in den WM-Playoffs gegen Italien zur WM im kommenden Jahr nach Russland geführt.

Anlässlich der Ehrung in Stockholm erklärte Granqvist: "Ich will diese Auszeichnung mit meinen Kollegen aus dem Nationalteam teilen. Wir haben das alle zusammen geschafft."

Forsbergs Anhänger hat das offensichtlich nicht milde gestimmt.