Graffiti in Bethlehem: Enge Beziehungen

Mitten in der Nacht malt ein Graffitikünstler mit seiner Sprühdose auf eine sehr umstrittene Mauer, nämlich auf die riesige Speeranlage in Bethlehem. Die Mauer wurde von Israel um Teile des besetzten Westjordanlands errichtet.

Das neue Werk des vermutlichen Künstlers “Lushsux” zeigt US-Präsidenten Donald Trump und den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu beim Küssen.

‍❤️‍ #israelfirst pic.twitter.com/qHxFZ2C5hU— LUSHSUX (@lushsux) October 29, 2017

Auf dem Bild steht über Netanjahus Kopf: “Danke für die Mauer Trumpy Pumpkin…”. Der US-Präsident antwortet ihm mit dem Satz “Baby, Dein Land und Du werden immer an erster Stelle stehen mein Schatz.”

Der Street-Art Künstler sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass seine Werke auf bestimmte soziale und politische Probleme aufmerksam machen sollen. “Die Mauer ist eine Botschaft an sich. Ich muss da nicht “Freiheit für Palästina” draufschreiben. Das wäre zu direkt und die Menschen würden es ignorieren”, meint Lushsux. Sein Gesicht ist durch einen Schal verdeckt. “Ich male, was ich immer male. Vielleicht werden die Leute dann anfangen, die Mauer, die Geschichte und die Menschen, die hier eingesperrt sind, zu betrachten.”

Manche sehen ebenfalls einen Zusammenhang mit Trumps Mauerwunsch zwischen den USA und Mexiko.

Ort der Protestkunst

In Bethlehem ist das Bollwerk zum Schaufenster der Protestkunst aus aller Welt geworden. Auch der berühmte Banksy hinterließ seine Spuren auf der israelischen Speeranlage im Westjordanland. Lushsux, der von Palästinensern in die Region eingeladen wurde, bezeichnet das Gebiet als “Gefängnis unter offenem Himmel”.

“Was uns an der Mauer anzieht, sind diese vielen Graffitis”, meint der Palästinenser Marwan Shaban in Bethlehem. “Vor allem von berühmten Künstlern wie Banksy und Lush. Sie kommen hier her und senden durch diese Mauer Botschaften an die Welt, damit die Ungerechtigkeit und die Verfolgung gegen unsere Nation aufhören.”

2002 fing Israel mit dem Mauerbau an. Das Land wolle sich vor palästinensischen Anschlägen schützen, so die Begründung. Für den Bau der Anlage wurde Israel schon oft von internationalen Akteuren und Menschenrechtsorganisationen kritisiert, es verstoße damit gegen das Völkerrecht.

1 like = 1 respec for Mandela  pic.twitter.com/8lZlPnhQJT— LUSHSUX (@lushsux) October 10, 2017