Grabeskirche in Jerusalem bleibt auch am Montag geschlossen

Pilger vor der geschlossenen Grabeskirche

Die Grabeskirche in Jerusalem ist auch am Montag geschlossen geblieben. Es war bereits der zweite Tag in Folge, nachdem Kirchenführer am Sonntag die Schließung angeordnet hatten. Mit dem beispiellosen Schritt protestierten sie gegen Steuerforderungen und gegen eine geplante Landrechts-Reform der israelischen Regierung.

Die Stadtverwaltung von Jerusalem verlangt von den christlichen Kirchen die nachträgliche Versteuerung von Einnahmen aus Geschäften, die als kommerziell eingestuft werden. Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat beziffert die Steuernachforderung auf rund 152 Millionen Euro. Die Nachzahlung sei fällig auf Einnahmen aus Hotels und Geschäften in Kirchenbesitz. Die Kirchen hingegen beharren auf ihrer Steuerbefreiung.

Weiterer Streitpunkt ist ein geplantes neues Bodenrechts-Gesetz. Damit will die Regierung nach eigenen Angaben den Status israelischer Bürger sichern, deren Häuser auf Grundstücken errichtet sind, die im Besitz der griechisch-orthodoxen Kirche waren und von dieser an private Investoren verkauft wurden. Die Kirchen fürchten, dass die Reform die Enteignung von Kirchenland ermögliche.

Unklar ist nach wie vor, wann die Grabeskirche wieder geöffnet wird. Die Kirche ist eine der heiligsten Stätten des Christentums. Dort soll Jesus gekreuzigt, begraben worden und wiederauferstanden sein. Die Kirche zieht täglich zahlreiche Besucher an.