Grütters lobt Ausstellung mit Gurlitt-Nachlass als Beitrag zur NS-Aufarbeitung

Zur Eröffnung der Berner Ausstellung mit Bildern aus dem Gurlitt-Nachlass hat die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) diese als bedeutenden Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Herrschaft gewürdigt

Zur Eröffnung der Berner Ausstellung mit Bildern aus dem Gurlitt-Nachlass hat die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) diese als bedeutenden Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Herrschaft gewürdigt. Die Ausstellung in der Schweizer Hauptstadt sowie die parallel dazu laufende Schau mit Bildern aus dem Gurlitt-Nachlass in der Bonner Bundeskunsthalle seien "ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft", heißt es in einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Erklärung von Grütters.

Grütters reiste zur Ausstellungseröffnung nach Bern, die dortige Schau steht unter dem Titel "Bestandsaufnahme Gurlitt. 'Entartete Kunst' - Beschlagnahmt und verkauft". Dabei wird die NS-Kampagne gegen "Entartete Kunst" anhand von etwa 200 in den 1930er Jahren beschlagnahmten Werken veranschaulicht. Der zweite Teil der Doppelausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn beleuchtet den NS-Kunstraub und dessen Folgen und wird am Donnerstag eröffnet.

Die Entdeckung der Sammlung von Cornelius Gurlitt im Jahr 2012 zählt zu den spektakulärsten Funden in der jüngeren Kunstgeschichte. Zu ihr zählen mehr als 1500 Kunstwerke, darunter Bilder von Otto Dix, Franz Marc, August Macke und Otto Mueller, die in der Nazizeit als Vertreter der "entarteten Kunst" geschmäht wurden.

Der 2014 verstorbene Cornelius Gurlitt hatte das Kunstmuseum Bern als seinen Erben eingesetzt. Das Auftauchen der Sammlung seines in Nazi-Deutschland tätigen Vaters Hildebrand Gurlitt hatte eine Diskussion um den Umgang mit Kunst im sogenannten Dritten Reich sowie mit NS-Raubkunst ausgelöst.

Zollfahnder waren zufällig bei einer Zugreise auf Cornelius Gurlitt aufmerksam geworden und hatten daraufhin im Februar 2012 seine Wohnung in München-Schwabing durchsucht. Dort entdeckten sie insgesamt 1224 zum Teil verschollen geglaubte und zum Teil noch unbekannte Werke unter anderem von Marc Chagall, Henri Matisse, Claude Monet und Pablo Picasso. Dazu kamen 239 Kunstwerke, die später in einem Haus Gurlitts in Salzburg gefunden wurden, sowie noch einige weitere Gemälde.

Öffentlich bekannt wurde der Fall im Jahr 2013. Der Bund und der Freistaat Bayern beauftragten ein internationales Expertengremium damit, die Herkunft der Werke zu klären und diese gegebenenfalls an ihre rechtmäßigen Besitzer zu übergeben. Die aus 14 Mitgliedern bestehende Taskforce kam im Januar 2016 zu dem Schluss, dass sich unter allen von ihr geprüften Werken lediglich in fünf Fällen der Verdacht des Raubs durch die Nazis belegen lasse.