50 Jahre nach Mord an Robert F. Kennedy könnte verurteilter Schütze freikommen

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Mehr als 50 Jahre nach der Ermordung von US-Senator Robert F. Kennedy kann der als Täter verurteilte Sirhan Sirhan auf seine Freilassung hoffen. Das zuständige Gremium im US-Bundesstaat Kalifornien gab am Freitag (Ortszeit) in San Diego grünes Licht für die Freilassung des 77-Jährigen auf Bewährung. Robert F. Kennedy war 1968 während des Präsidentschaftswahlkampfs in einem Hotel in Los Angeles erschossen worden. Er war ein Bruder des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy.

Sirhan war am 17. April 1969 des Mordes an dem New Yorker Senator schuldig gesprochen worden. Die verhängte Todesstrafe wurde 1972 in lebenslange Haft umgewandelt. Er beantragte insgesamt 16 Mal eine Haftentlassung, 15 Mal wurde der Antrag abgelehnt.

Auch der jetzige Beschluss des zuständigen Gremiums bedeutet nicht, dass Sirhan automatisch freikommt: Die endgültige Entscheidung über eine Entlassung aus dem Gefängnis liegt bei Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom. Ihm wird die Entscheidung des Ausschusses für Haftentlassung nach einer 90-tägigen Prüfung vorgelegt.

An Sirhans Täterschaft gibt es seit längerem Zweifel. So existiert die Theorie, dass es bei dem Attentat noch einen zweiten Schützen gegeben haben könnte. Hintergrund ist ein Autopsiebericht, aus dem hervorgeht, dass Kennedy von hinten erschossen wurde. Sirhan stand laut Augenzeugen zum Tatzeitpunkt aber vor dem Senator. Hinzu kommen Belege, wonach während der Tat insgesamt 13 Schüsse abgegeben wurden. In Sirhans Waffe passten aber nur acht Patronen.

Bei dem Attentat auf Kennedy in der Küche des Ambassador Hotels in Los Angeles am 5. Juni 1968 waren auch Begleiter des Politikers verletzt worden. Einen Kopfschuss überlebte damals Paul Schrade. Gemeinsam mit Kennedys Sohn Robert F. Kennedy Jr. setzt er sich schon lange für die Freilassung Sirhans ein. Er hält die Beweislast gegen Sirhan nicht für ausreichend. Medienberichten zufolge erklärte auch Kennedys jüngster Sohn Douglas vor dem Haftentlassungs-Ausschuss seine Unterstützung für eine Freilassung Sirhans.

Die Entscheidung des Ausschusses für Haftentlassung bezeichnete Schrade als "gut". "Ich bin dankbar, dass der Ausschuss Sirhan die Möglichkeit gibt, nach Hause zu gehen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Sirhan war als christlich-palästinensischer Einwanderer in die USA gekommen. Die Ermittler gaben während des Prozesses im Jahr 1969 an, Sirhan habe Kennedy wegen dessen Unterstützung für Israel gehasst.

Nach Robert F. Kennedys Ermordung übernahm Hubert Humphrey die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei. Bei der Wahl im November 1968 setzte sich aber der republikanische Bewerber Richard Nixon durch.

Die anhaltenden Unklarheiten im Zusammenhang mit dem Mord an Robert F. Kennedy erinnern in Teilen an Verschwörungstheorien rund um die Ermordung von dessen Bruder John F. Kennedy 1963. Auch im Zusammenhang mit diesem Attentat vermuten einige, dass es mehr als einen Schützen gegeben haben müsse.

isd/jes

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