Grüner Verkehrsexperte: Deutsche Autobosse sollen "vom größer, schneller, breiter wegkommen"

Lars Petersen
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Grünen-Abgeordneter Stefan Gelbhaar.
Grünen-Abgeordneter Stefan Gelbhaar.

Die Grünen und Autos - das wird ja oft als Gegensatz gewertet. Was kann die Branche erwarten, wenn die Grünen in der Regierung wären?


Verlässlichkeit. Klare Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Industrie planen kann. Kein Geschwurbel, kein permanentes Aufweichen oder Zurückrudern wie bei der aktuellen Regierung.


Was erwarten Sie wiederum von den CEOs der großen Autounternehmen in den nächsten fünf Jahren mit Blick auf die Verkehrswende?


Dass sie vom größer, schneller, breiter wegkommen. Wichtig ist, dass der zur Verfügung stehende Platz, die endlichen Ressourcen der Erde und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen in den Blick genommen werden. Das Ziel muss bessere Mobilität für alle sein. Das können dann eben auch Mobilitätsdienstleistungen sein oder E-Lastenräder für die letzte Meile. Außerdem erwarte ich, dass sie endlich mehr Frauen in Vorstände bringen.


Wann kommt mit den Grünen das Aus für den Verbrennungsmotor?


Ab 2030 sollen keine neuen Verbrenner mehr neu zugelassen werden.


Worauf können wir uns beim Ausbau von Fahrradwegen in der kommenden Legislatur einstellen, wenn die Grünen an der Macht sind?


Der Ausbau muss endlich voran kommen - und zwar in den Städten und auf dem Land. Unser Ziel ist es, dass Verkehrsverwaltungen vor Ort hier mehr Freiraum haben, um den Radverkehr zu fördern. Wir wollen die Planungsprozesse auch für Radwege beschleunigen und noch einmal deutlich mehr Mittel in Radverkehrsinfrastruktur stecken.