Grünen-Politiker: Spahns Hartz-IV-Aussage beleidigt nicht nur Arbeitslose

Lennart Pfahler
Sven Lehmann attackiert Spahn.
  • Grünen-Politiker Sven Lehmann kritisiert CDU-Mann Spahn für seine Hartz-IV-Aussagen scharf
  • Nicht nur liege Spahn falsch – er bringe alle in Verruf, die wirklich versuchen würden, die Armut zu bekämpfen

“Hartz IV bedeutet nicht Armut, sondern ist die Antwort unserer Solidargemeinschaft auf Armut”, findet der designierte CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn.

Die Aussage sorgt für Wirbel. Eine Zumutung, findet die Opposition. Problematisch, findet auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Grünen-Sozialpolitiker Sven Lehmann sagt der HuffPost: “Der Satz hat einen ätzende Nebeneffekt.” Denn er bringe auch viele Menschen in der Politik in Verruf. 

“Jetzt denken sicherlich wieder viele Menschen, Politiker seien alle so. Das ist aber falsch”, ärgert sich Lehmann, der bis zum Januar Landesvorsitzender seiner Partei in Nordrhein-Westfalen war.

“Leben in der Wohlstandsblase”

Der Bundestagsabgeordnete kritisiert: Die Aussagen von Jens Spahn seien nicht nur sozialpolitisch falsch und ignorant. “Sie zeugen von wenig Kenntnis vom Leben außerhalb der Wohlstandsblase.”

Ähnlich hatte sich auch dessen CDU-Kollegin Kramp-Karrenbauer geäußert. Sie warnte davor, dass Menschen, “die wie er oder ich gut verdienen, versuchen zu erklären, wie man sich mit Hartz IV fühlen sollte”.

Jens Spahn provoziert.

Der politische Klasse könnte Spahn mit seiner Aussage einen Bärendienst erwiesen haben. Schon bei der Bundestagswahl im September zeigte sich, dass sich sozial Schwache längst nicht mehr von Parteien der Mitte repräsentiert fühlen.

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