Grünen-Politiker Kellner verteidigt Flügelproporz an Parteispitze

Gut vier Monate nach der Bundestagswahl haben die Grünen ihre personelle Neuaufstellung eingeleitet: Der Hannoveraner Parteitag verabschiedete am Freitagabend die bisherigen Vorsitzenden Cem Özdemir und Simone Peter

Vor der Neuwahl der Grünen-Parteispitze hat Bundesgeschäftsführer Michael Kellner die Besetzung der beiden Vorsitzendenposten nach Flügeln und Geschlecht verteidigt. Es sei Aufgabe der Parteien, ganz unterschiedliche Strömungen zusammenzubinden, sagte Kellner am Freitag im Bayerischen Rundfunk. "Da hilft es sicherlich, wenn in der Parteiführung unterschiedliche Positionen abgebildet werden."

Die Grünen wollen auf ihrem am Freitag in Hannover beginnenden Bundesparteitag eine neue Führungsspitze wählen. Bei der für Samstag anberaumten Wahl kandidieren für die beiden Vorsitzendenposten die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock, die niedersächsische Fraktionschefin Anja Piel und der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck.

Sollten Baerbock und Habeck gewählt werden, würden damit anders als bisher zwei Realos die Parteispitze bilden. Mit der Parteilinken Piel würde der Flügelproporz beibehalten.

Zu der Grünen-Regel, wonach mindestens einer der beiden Vorsitzendenposten mit einer Frau besetzt werden muss, sagte Kellner, gerade in Zeiten der #Metoo-Debatte über sexuelle Belästigung und Gewalt sei es wichtig, diese Quotierung zu haben. "Das schmückt uns als Grüne." Möglich wäre laut Satzung auch eine rein weibliche Doppelspitze.