Grünen-Politiker fordert Einlenken von Union und FDP beim Klimaschutz

Braunkohletagebau Welzow

Vor den schwierigen Jamaika-Verhandlungen über den Klimaschutz am Donnerstag hat der Grünen-Unterhändler Oliver Krischer Union und FDP zum Einlenken aufgefordert. "Wir müssen in den nächsten zwei bis drei Jahren bis zu 20 Kohlekraftwerke stilllegen", sagte Krischer den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch. Um die deutschen Klimaziele zu erfüllen, müssten 90 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Die Stilllegung von 20 besonders schmutzigen Kohlekraftwerken ist nach Ansicht von Krischer kein Problem für die Versorgungssicherheit. "Deutschland kann über ein Drittel mehr Strom produzieren als wir selbst verbrauchen", erklärte Krischer. Auch der Ausstieg aus der Braunkohle sei unweigerlich. "Die Zeit der Kohle ist vorbei."

Nach Ansicht von Krischer wird sich in dieser Woche entscheiden, "ob eine Jamaika-Koalition zustande kommen kann oder nicht". Union und FDP müssten "endlich anerkennen, dass Klimaschutz und die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands keine Gegensätze sind".

Die Verhandlungen über ein Jamaika-Bündnis zwischen Union, FDP und Grünen hatten sich vergangene Woche unter anderem beim Thema Klimaschutz verhakt. Darüber soll nun am Donnerstag erneut gesprochen werden. Am Mittwoch sondieren die vier Parteien unter anderem die Bereiche Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Verkehr und Wirtschaft.