Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock geht auf Distanz zur Linkspartei und fordert 2-G-Modell

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Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht bei einem Polit-Talk.
Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht bei einem Polit-Talk.

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ist auf Distanz zur Linkspartei als möglichen Regierungspartner gegangen. Die Linke habe sich "gerade ziemlich ins Abseits geschossen, als sie nicht mal bereit war, die Bundeswehr dabei zu unterstützen, deutsche Staatsangehörige und Ortskräfte aus Afghanistan zu retten", sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ihr Urteil bildete sich Baerbock nach einer Bundestagsabstimmung in der vergangenen Woche. Dabei hatte sich die Linkspartei mehrheitlich enthalten, als es um das Bundeswehrmandat zur Evakuierung in Afghanistan ging. Deutschland müsse in der Außen- und Sicherheitspolitik "handlungsfähig und als Partner verlässlich sein", sagte die Grünen-Chefin. Das sei "Maßgabe für jede Regierung". Auf die Frage, ob sie wie SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz von der Linken ein Bekenntnis zur Nato fordere, sagte Baerbock, Verlässlichkeit in der Außenpolitik heiße auch, "zur Nato zu stehen".

Linksbündnis mit SPD und Linkspartei hätte laut Umfragen eine Mehrheit

Neueste Prognosen zu Bundestagswahl ergeben, dass es für ein Linksbündnis aus SPD, Grünen und Linken zur Mehrheit reichen könnte. Die Außen- und Sicherheitspolitik gilt als größtes Hindernis für ein solches Bündnis. Die Grünen-Politikerin zeigte sich zuversichtlich, dass die Grünen bei der Bundestagswahl doch noch stärkste Kraft werden. "Wir stehen knapp hinter Union und SPD. Das heißt: Für uns ist bei dieser Bundestagswahl alles drin", sagte sie.

Im jüngsten Interview sagt Baerbock auch, dass Geimpfte und Genesene künftig mehr Freiheiten erhalten sollen als Ungeimpfte, "so wie Hamburg das jetzt macht". Wenn jemand nicht solidarisch mit etwa Kindern oder chronisch Kranken sei, "dann kann er oder sie nicht erwarten, dass alle anderen auf ihre Freiheit verzichten", sagte die Grünen-Politikerin. Besuchen nur Geimpfte und Genesene eine Veranstaltung in Hamburg, entfallen fast alle Corona-Auflagen. Veranstalter oder Wirte können entscheiden, ob sie diesen Weg gehen oder weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren.

Damit erhöhe man auch den Anreiz, sich impfen zu lassen, sagte Baerbock. Es brauche mobile Impfteams, eine intensive Ansprache und Informationen in vielen Sprachen. Eine allgemeine Impfpflicht sei rein rechtlich nicht durchsetzbar.

cri/dpa

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