Grüne wollen Sozial- und Pflegeberufe aufwerten

Die Grünen pochen auf eine Aufwertung von Berufen im Sozial- und Pflegebereich. "In den 'Care-Berufen', die vorwiegend von Frauen ausgeübt werden, passt die Bezahlung nicht zu der Bedeutung der Arbeit", heißt es in einem Beschluss des Bundesvorstands vom Montag. Zudem kritisieren die Grünen Unterbesetzung und häufig schlechte Arbeitsbedingungen.

"Zwölf Euro brutto pro Stunde für eine Altenpflegerin, 18 Euro für einen Techniker, und das bei gleicher Ausbildungsdauer ? das ist nicht fair", kritisieren die Grünen. Dahinter stecke immer noch die Vorstellung, dass Aufgaben wie Pflege und Kinderbetreuung früher von Frauen weitgehend unentgeltlich erledigt worden seien. Das habe sich zwar geändert, doch wirkten die traditionellen Bilder in der relativ niedrigen Bezahlung der weiterhin typischen Frauenberufe fort.

"Wir Grüne wollen den 'Care-Berufen' endlich den Stellenwert geben, den sie verdienen", heißt es weiter in dem Vorstandsbeschluss. "Für uns heißt das insbesondere mehr Personal, eine bessere Bezahlung und mehr Mitsprache- und Aufstiegsmöglichkeiten." Die Bezahlung solle in einem allgemein verbindlichen Tarifvertrag Soziales geregelt werden, auch die Ausbildung müsse attraktiver gestaltet werden.

Konkret verlangen die Grünen zudem pro Jahr mindestens 25.000 zusätzliche Pflegestellen in Krankenhäusern sowie einen besseren Personalschlüssel auch in Pflegeeinrichtungen und Kitas. Dort solle eine Erzieherin oder ein Erzieher künftig höchstens drei Kinder unter drei Jahren oder höchstens zehn ältere Kinder betreuen.

Vorschläge für eine Lockerung von Qualifikations- oder Einstellungsregeln, um dem Personalmangel in Pflegeberufen zu begegnen, erteilen die Grünen eine klare Absage. Es müsse "immer sichergestellt sein, dass pflegebedürftige Menschen qualifiziert betreut werden und es hier kein Sparen gibt zu Lasten der Pflegequalität, der Pflegebedürftigen oder der Mitarbeiter".