Grüne wollen Glyphosat-Ausstieg mit Gesetzesinitiative im Bundestag durchsetzen

Die Grünen planen eine Gesetzesinitiative für eine weitgehende Beschränkung des Einsatzes von Glyphosat in Deutschland. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte in Brüssel für die weitere EU-Zulassung des Unkrautgifts gestimmt

Die Grünen planen eine Gesetzesinitiative für eine weitgehende Beschränkung des Einsatzes von Glyphosat in Deutschland. Das Pflanzenschutzmittel "zerstört unsere Artenvielfalt und ist wahrscheinlich krebserregend - die Anwendung muss in allen Bereichen massiv reduziert werden?, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Donnerstagsausgaben).

"Dazu werden wir einen Antrag in den Bundestag einbringen, dem sich die anderen Parteien anschließen müssen, wenn sie glaubwürdig bleiben wollen", kündigte Hofreiter mit Blick auf die Empörung der SPD über den Alleingang von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) an. Der CSU-Politiker hatte in Brüssel gegen den Willen der Sozialdemokraten für die weitere EU-Zulassung des umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat gestimmt.

Hofreiter kritisierte die CSU für dieses Vorgehen scharf. Es sei ein Skandal, dass Schmidt Rückendeckung von CSU-Chef Horst Seehofer gehabt habe. "Die CSU hat nur die eigene Klientel und Industrieinteressen im Sinn", sagte der Grünen-Politiker.

Zugleich forderte Hofreiter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Konsequenzen auf. "Jetzt geht es um Schadensbegrenzung: Angela Merkel muss Minister Schmidt entlassen und einen nationalen Glyphosat-Ausstieg einleiten."

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte am Mittwoch deutlich gemacht, dass sie den Gebrauch des Unkrautvernichters in Deutschland beenden will. Es sei wichtig, ökologische Auflagen zur Grundlage der nötigen Zulassungsentscheidungen zu machen, erklärte die Ministerin.