Grüne wollen mit anderen Parteien gegen Hass und Manipulation im Netz vorgehen

Die Grünen wollen gemeinsam mit anderen Parteien gegen gezielte Manipulationen und Hassrede im Internet vorgehen. "Hass und Hetze gefährden unsere Demokratie, Trolle schließen sich gezielt zusammen, um Meinungen zu manipulieren", erklärte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Mittwoch in Berlin. Die Partei habe im Bundestagswahlkampf deutlich den Einsatz von Fake-Profilen und Falschnachrichten auf ihren Seiten und Profilen im Internet registriert.

An einem runden Tisch der betroffenen Parteien wollen die Grünen daher über das gemeinsame weitere Vorgehen beraten. "Wir brauchen endlich rechtliche Regelungen", forderte Kellner. So werde etwa anonyme Werbung in sozialen Medien häufig zur Verbreitung von Lügen und Hass genutzt. "Dies muss unterbunden werden: Sobald Geld fließt, müssen die Verantwortlichen klar identifizierbar sein", erklärte der Bundesgeschäftsführer.

Der NDR hatte zuvor eine Untersuchung veröffentlicht, laut der fünf Prozent der Facebook-Konten für die Hälfte der Likes hinter Hasskommentaren in dem Netzwerk verantwortlich sind. Dem Bericht zufolge lassen sich die meisten der hochaktiven Konten Anhängern der AfD oder der Identitären Bewegung zuordnen; häufig werde dabei koordiniert vorgegangen.