Grüne: Verbot von Einfamilienhäusern ist kein Thema für uns

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(Im Leadsatz wurde verdeutlicht, dass sich die Vorwürfe auf ein

pauschales Verbot bezogen.)

BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie wollten den Neubau von Einfamilienhäuser pauschal verbieten. "Die Behauptungen sind falsch", sagte ein Fraktionssprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Die eigenen vier Wände sind für viele Menschen wichtig - dazu gehört auch das Einfamilienhaus. Das wird es auch in Zukunft geben - so wie Reihenhäuser, Mehrfamilienhäuser, Mietshäuser." Was aber wo gebaut werde, entschieden die Kommunen vor Ort. Dabei werde etwa auch berücksichtigt, wie viel Fläche da sei und wie viel Leerstand es gebe.

Fraktionschef Anton Hofreiter sei nach einem Interview mit dem "Spiegel" überspitzt wiedergegeben worden, schrieb der Sprecher zudem auf Twitter. "Da läuft die Aufregungsspirale schon: Politische Mitbewerber:innen reagieren, vermutlich ohne dass sie das Interview wirklich gelesen haben." Das Nachrichtenmagazin hatte einen Tweet zu dem Thema selbst mit der Begründung gelöscht, der Einstieg zu dem Text sei "irreführend" gewesen.

Hofreiter war in dem Interview nach einem Beschluss eines Hamburger Bezirksamts gefragt worden, das keine Einfamilienhäuser in die Bebauungspläne aufgenommen habe. Er begründete diese Entscheidung mit der "dramatischen Wohnungsnot" in der Gegend. Der Bezirk habe entschieden, Wohnraum für viele statt für wenige zu schaffen. Zugleich stellte Hofreiter klar: "Natürlich wollen die Grünen nicht die eigenen vier Wände verbieten."

Trotzdem waren die Grünen daraufhin von vielen Seiten und aus unterschiedlichen politischen Richtungen kritisiert worden. Der Vorwurf: Sie wollten politischen Druck auf Menschen ausüben, die Einfamilienhäuser bauen wollten - oder gar Eigenheime verbieten. Der Sprecher betonte: "Wir unterstützen den Erwerb von Wohneigentum, setzen uns für günstige Mieten ein und fördern auch Sanierungen und ökologisches Bauen." Das Ziel der Grünen sei, "dass Menschen aus der Breite der Gesellschaft in Stadt und Land guten und bezahlbaren Wohnraum finden und dass so gebaut wird, dass Klima und Umwelt geschützt werden".