Grüne halten nichts von Schwarz-Rot-Grün im Bund

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen haben einer Koalition aus Union, SPD und Grünen im Bund eine Absage erteilt. "In eine Koalition zu gehen, in der man nicht gebraucht wird numerisch, das ist natürlich ein absolutes Vabanquespiel", sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem Sender Radio Eins am Freitag. "Warum sollte man das machen?" Aus Göring-Eckardts Sicht würden die Grünen dann einer großen Koalition "beitreten", da CDU, CSU und SPD auch ohne die Ökopartei eine Mehrheit im Bundestag haben. Parteichef Cem Özdemir sagte dem SWR: "Dann wären die Grünen ja nur noch mal zusätzlich dabei, aber eigentlich braucht man sie nicht zwingend."

Die Möglichkeit einer schwarz-rot-grünen Kenia-Koalition, wie es sie in Sachsen-Anhalt gibt, hatten die Sozialdemokraten Wolfgang Thierse und Gesine Schwan ins Gespräch gebracht. Über ihren offenen Brief hatte die "Berliner Zeitung" berichtet. Die beiden gehen davon aus, dass sich gemeinsam mit den Grünen Fortschritte in der Sozial- und Europapolitik erreichen ließen, die die SPD in der GroKo bisher nicht durchsetzen konnte.

Göring-Eckardt sagte, sie sei "die letzte, die sich große Koalition wünscht". Dennoch sei nun die SPD am Zug. Gespräche über eine schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition hatte die FDP platzen lassen. Nun könnte die SPD mit der Union koalieren, was Parteichef Martin Schulz eigentlich ausgeschlossen hat, oder eine unionsgeführte Minderheitsregierung tolerieren. Eine weitere Möglichkeit wären Neuwahlen.