Grüne fordern bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte

Die Grünen haben mit Blick auf die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante allmähliche Rückkehr der Krankenhäuser zum Normalbetrieb bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte gefordert. Insbesondere müssten Personaluntergrenzen "jetzt wieder eingesetzt und die Zwölf-Stunden-Schichten sofort abgeschafft werden", verlangte die stellvertretende Parteivorsitzende Ricarda Lang. "Wenn Kliniken in den Normalmodus übergehen, dann sollte das auch für Pflegekräfte gelten", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

"Grundsätzlich ist es richtig, nun schrittweise und behutsam die Voraussetzungen zu schaffen, um in den Kliniken dringliche Eingriffe und planbare Operationen wieder stärker zu ermöglichen", sagte Lang. Es dürfe aber nicht sein, dass dabei eine Gruppe - nämlich die Pflegekräfte - "komplett hinten runter fällt".

Deren sowieso schon harte Arbeitsbedingungen seien in Verbindung mit der Corona-Krise nochmals verschärft worden, diese Ausnahmeregelungen gehörten jetzt wieder abgeschafft.

"Sonst werden die Pflegenden zu den Leidtragenden des neuen Alltags", warnte Lang. Mittelfristig müsse dann auch dafür gesorgt werden, dass die Pflegekräfte besser bezahlt werden. "Ein einmaliger Bonus ist zwar gut, reicht aber nicht aus. Die in den letzten Wochen viel beschworene Wertschätzung steht jetzt auf dem Prüfstand", sagte die Grünen-Parteivize.

Lang reagierte auf Empfehlungen Spahns an die Gesundheitsminister der Länder vom Dienstag. Die Entwicklung bei den Coronavirus-Neuinfektionen lasse es zu, ab Mai einen Teil der Krankenhauskapazitäten auch wieder für planbare Operationen zu nutzen, heißt es darin. Seit Mitte März hatten die Kliniken bundesweit alle medizinisch nicht zwingend notwendigen planbaren Operationen verschoben, um für die Behandlung von Corona-Patienten vorbereitet zu sein. Solche Operationen sollen nun wieder stattfinden können.