Grüne und FDP sehen in Bidens Antritt Chancen und Herausforderungen

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BERLIN (dpa-AFX) - Wenige Wochen vor dem Amtsantritt des künftigen US-Präsidenten Joe Biden sehen die Grünen und die FDP neue Chancen und Herausforderungen in den transatlantischen Beziehungen. FDP-Chef Christian Lindner fordert, feste gemeinsame Regierungskonsultationen zur Verbesserung der Beziehung zwischen Deutschland und den USA zu vereinbaren. "Die Bundesregierung sollte der neuen Administration von Joe Biden und Kamala Harris aktiv einen regelmäßigen Austausch der Kabinette anbieten", sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Ähnliche Regierungskonsultationen gebe es mit Frankreich, mit Israel, mit der Volksrepublik China.

Lindner warnte mit Blick auf den bevorstehenden Machtwechsel in den USA: "Wir dürfen uns nicht einer Naivität hingeben, dass das neue Interesse an Dialog und Partnerschaft der Administration Biden zu Abstrichen an der robusten Interessenwahrnehmung aus Washington führt." Die vier Jahre Biden/Harris seien aber eine Chance, die Deutschland nutzen müsse.

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck sieht in der Wahl Joe Bidens zum nächsten US-Präsidenten auch eine Aufgabe für die Europäische Union. "Je größer die Hoffnung auf Biden ist, desto geschlossener und klarer muss die EU agieren", sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur. US-Präsident Donald Trump habe man als "den Twitterer aus dem Weißen Haus abstempeln" können. "Aber jetzt werden Joe Biden oder Kamala Harris anrufen und sagen: Europa! Wir schlagen folgendes vor. Seid ihr dabei? Dann wird es viel schwieriger zu sagen, da haben wir noch keine Haltung zu, da sind wir uns nicht einig", mahnte er. Europa solle viel stärker selbst agieren und "strategische Souveränität" entwickeln.