Grüne: EU-Kommission muss mögliches Aus für Glyphosat akzeptieren

Glyphosat vergiftet das Klima zwischen Union und SPD

Vor der erneuten Abstimmung über die Zukunft von Glyphosat haben die Grünen die EU-Kommission dazu gedrängt, ein mögliches Ende des Unkrautvernichters zu akzeptieren. Sollte es am Montag "wieder keine qualifizierte Mehrheit für eine Zulassungsverlängerung für Glyphosat" geben, müsse die Kommission das zur Kenntnis nehmen, sagte die Grünen-Politikerin Renate Künast am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Bedenken der EU-Bevölkerung gegen das Mittel müssten ernst genommen werden.

Das Herbizid ist umstritten, wissenschaftliche Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, ob Glyphosat krebserregend sein könnte oder nicht. Die Mitgliedstaaten sind zerstritten über die weitere Zulassung, nun drängt die Zeit: Die bisherige Zulassung für Glyphosat läuft am 15. Dezember aus. Nachdem kürzlich eine Abstimmung im Fachausschuss kein Ergebnis brachte, stimmt am Montag nun der sogenannte Berufungsausschuss ab.

Gibt es erneut keine Einigung, müsste die Kommission entscheiden. Sie hatte zuletzt eine Verlängerung um fünf Jahre vorgeschlagen. Künast forderte jedoch, die Kommission müsse das Votum der Bevölkerung respektieren. Mehr als 1,3 Millionen EU-Bürger, die die Bürgerinitiative "Stoppt Glyphosat" unterschrieben hätten, befürworteten den Ausstieg aus Glyphosat. Die Kommission dürfe "nicht länger auf Zeit spielen", sondern müsse den Ausstieg akzeptieren.