Gründerin von liberaler Moschee in Berlin freut sich über Zuspruch

Ates (r.)

Eine Woche nach der Eröffnung der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin hat Gründerin Seyran Ates eine vorsichtig optimistische Bilanz gezogen. "Für mich überwiegen die positiven Dinge - die negativen haben wir ja erwartet, aber dass so viel Positives kommt, das hat uns überwältigt", sagte Ates am Freitag im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). "Weltweit bekomme ich E-Mails, und das ist wunderbar."

Ates sagte, Fürsprecher und Gegner ihres Projekts seien gleichermaßen in Aufruhr. Die Frauenrechtlerin berichtete unter anderem von bestätigenden Zuschriften aus Algerien und Australien. Die allen Strömungen des Islams offen stehende Moschee im zentralen Stadtteil Moabit ist privat finanziert. Wegen ihrer liberalen Ausrichtung steht sie aber auch in der Kritik.

Im Gespräch mit dem RBB wies Ates Angaben der türkischen Religionsbehörde zurück, sie stehe in Verbindung zur Gülen-Bewegung. "Ich habe ja wirklich mit allem gerechnet, aber nicht, dass wirklich so viele Lügen verbreitet werden", sagte Ates. "Wir gehören nicht zu dieser Bewegung - davon distanzieren wir uns, diese Leute sind uns viel zu konservativ."

Die Anhänger des Predigers Fetullah Gülen werden von Ankara für den Putschversuch gegen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht. In der Türkei wurden seitdem tausende Anhänger und vermeintliche Unterstützer Gülens festgenommen. Zehntausende verloren ihre Arbeit.