"Mein größter Traum": Draisaitls Jagd nach dem Stanley Cup

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"Mein größter Traum": Draisaitls Jagd nach dem Stanley Cup
"Mein größter Traum": Draisaitls Jagd nach dem Stanley Cup

Leon Draisaitl benötigte ein wenig Geduld, ehe das lange Warten auf eine neue Chance im Kampf um den Stanley Cup nun endlich beendet ist. (Ausgewählte Spiele der NHL LIVE im Free-TV auf SPORT1)

Zwar laufen die NHL-Playoffs bereits seit vergangenen Samstag, doch Deutschlands Sportler des Jahres musste mit den Edmonton Oilers ein paar Tage länger warten. Denn die kanadischen Teams um Draisaitls Oilers waren in der Warteschlange, bis die längst ausgeschiedenen Vancouver Canucks nach ihrem Corona-Ausbruch die letzten Spiele bestritten hatten. (Tabelle der NHL)

Auf den Stanley Cup wartet Kanada schon seit 28 Jahren. Die lange Durststrecke für das Eishockey-Mutterland seit dem letzten Triumph des NHL-Rekordmeisters Montreal Canadiens würde Draisaitl nur zu gerne beenden, denn: "Das ist mein größter Traum."

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Zunächst müssen sich die Oilers in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag einmal mit den Winnipeg Jets (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) auseinandersetzen, anschließend kämen die Toronto Maple Leafs oder Montreal auf sie zu.

Draisaitl: "Sind schwer zu schlagen"

Auch wenn der Kölner Edmonton "wahrscheinlich nicht" als Favorit sieht, rechnet er sich "gute Chancen" aus.

"Wenn wir unser Spiel 60 Minuten konstant durchziehen, sind wir schwer zu schlagen", sagte Draisaitl, der nach seiner MVP-Saison als Scorerkönig im vergangenen Jahr in dieser Spielzeit lediglich von seinem kongenialen Sturmpartner Connor McDavid übertroffen wird.

"Wir kommen jetzt alle in ein Alter, in dem es Zeit wird, was zu gewinnen", sagte der 25-Jährige dem SID, "ein bisschen Alarm zu machen in den Playoffs. Wir kommen in unsere Prime Time."

Vater Draisaitl sieht Leon an wichtigem Punkt

Auch Draisaitls Vater Peter sieht die Zeit für Erfolge langsam gekommen.

"Ich bewerte es so, dass die Zeit in einer Karriere sehr schnell vorbeifliegt. Leon hat dort einige Jahre verbracht mit Connor McDavid, und jetzt wird es langsam Zeit, dass sie mit dem Team auch Erfolge haben", sagte er im April bei SPORT1: "Das heißt: In die Playoffs kommen und dort mal was reißen, damit man mit seiner eigenen Karriere am Ende zufrieden sein kann."

Sollten sich die Oilers gegen die Jets und in der darauffolgenden Runde durchsetzen, begänne eine Reise ins Ungewisse. "Wir haben kein einziges Spiel gegen drei Viertel der Liga gemacht", betonte Draisaitl mit Blick auf die Hauptrunde mit Partien nur innerhalb der eigenen Division: "Wir haben überhaupt keine Ahnung, was auf uns zukommt."

Trotzdem geht der deutsche Superstar mit breiter Brust in die Playoffs. Zwar war der Saisonstart nicht so, "wie wir uns das vorgestellt haben", wie es Draisaitl Mitte März im Gespräch mit SPORT1 formuliert hatte. Aber gegen Ende wurde es besser und "man kann sagen, dass es bis jetzt eine relativ erfolgreiche Saison ist."

Draisaitl: Oilers-Team gut zusammengestellt

Die Mannschaft sei auf jeden Fall bereit für den ganz großen Coup: "Ich glaube, unsere Mannschaft ist sehr gut zusammengestellt. Wir haben eine gute Chemie und verstehen uns gut. Wir spielen gerne miteinander und füreinander. Das ist sehr wichtig."

Vor allem der Teamgeist spielt dabei für ihn eine wichtige Rolle, weswegen er auch den Rummel um seine Person nicht so ernst nimmt. Der Vergleicht mit NHL-Legende Wayne Gretzky ehrt ihn zwar, setzt ihn aber nicht zusätzlich unter Druck.

"Es ist eine Ehre, mit solchen Namen in Verbindung gebracht zu werden", sagte Draisaitl. Dennoch konzentriere er sich auf das, was er beeinflussen könne, nämlich "in jedem Spiel der beste Spieler auf dem Eis zu sein und meine Teamkollegen besser zu machen."

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Auch Grubauer greift nach dem Titel

Noch besser stehen die Chancen für Landsmann Philipp Grubauer, der mit dem Presidents-Trophy-Sieger Colorado Avalanche sogar zu den Favoriten auf den Stanley Cup zählt.

Doch auch der Nationaltorwart, der mit sieben Shutouts die NHL anführt, muss erst die eigene Gruppe überstehen - und sich in der zweiten Runde höchstwahrscheinlich gegen die punktgleichen Vegas Golden Knights durchsetzen.

"Es ist ganz klar unser Ziel, dass wir den Cup gewinnen", sagte der Rosenheimer, der die beste Saison seiner Karriere spielt, im SID-Interview. Der 29-Jährige hat schon eine Siegesparade mitgemacht, beim Triumph mit Washington 2018 war er allerdings in der entscheidenden Phase nur zweiter Torwart.

Draisaitl erhält Unterstützung von Kahun

Draisaitl ist dagegen bislang mit den Oilers nur einmal ins Viertelfinale vorgestoßen - vor vier Jahren.

Diesmal hat er mit dem Olympia-Silbermedaillengewinner Dominik Kahun, seinem Kumpel aus Jugendtagen, Unterstützung aus der Heimat.

Vierter Deutscher in den Playoffs ist Nico Sturm bei Minnesota Wild, der in der ersten Runde auf die Golden Knights trifft.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)