Die größten Skandale im eSports

Der frühere Superstar Life war in StarCraft 2 in einem Wettskandal involviert

Jahr für Jahr wächst der eSports, mit ihm die Mengen an Geld, die in der Branche im Umlauf ist und die Ausmaße, die Übertragungen und Wettbewerbe annehmen.

Zeitgleich zeichnen sich auch die Schattenseiten ab. SPORT1 blickt auf bedeutsame Skandale der noch jungen Branche.

Spielmanipulation im Fall "iBUYPOWER"

Selbst über zehn Jahre nach der Hoyzer-Affäre ist diese fest in den Köpfen vieler Fußball-Fans verankert. Mit dem Wachstum des eSports blieb auch er nicht von Wettskandalen verschont.

Anfang 2015 enthüllte der Daily Dot eine Spielmanipulation in "Counter-Strike: Global Offensive" vom August 2014. iBUYPOWER ging in der CEVO Professional League als klarer Favorit in das Match gegen NetcodeGuides.com, verlor dieses aber mit 4:16.

Monate später wurde nachgewiesen, dass unter anderem vier der fünf iBP-Spieler und NetcodeGuides.com-Gründer Casey Foster vor diesem Match Ingame-Gegenstände im Wert von über 10.000 US-Dollar auf einen Sieg des Außenseiters gesetzt hatten.

Die Beteiligten wurden von Valve für alle eigenen Wettbewerbe gesperrt. Die ESL und die DreamHack hoben die Sperren im Sommer 2017 auf.

Wettskandale in Südkorea

2010 veränderte ein Wettskandal in "StarCraft: Brood War" den eSports in Südkorea für immer. Elf Profispieler wurden für schuldig befunden. Sie erhielten unterschiedliche Strafen und wurden lebenslänglich von KeSPA-Wettbewerben ausgeschlossen.

Der bekannteste Spieler unter ihnen war sAviOr, der als Innovator und einer der besten Spieler aller Zeiten galt. Er wurde zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit und zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

2015 und 2016 schädigte ein weiterer Wettskandal die Szene, diesmal in Blizzards Nachfolgetitel "StarCraft II". Mit Life war erneut ein Star involviert, der eine Haftstrafe antreten musste.


Sperre für "Cheater" KQLY

Mit großen Preisgeldern im Blick versuchten in der Vergangenheit manche Spieler, sich durch unfaire Mittel einen Vorteil zu verschaffen. Der wohl bekannteste "Cheater-Vorfall" in "CS:GO" dreht sich um den Franzosen KQLY.

Dieser wurde am 20. November 2014 von Valves Anti-Cheat-Programm VAC gebannt. Sein Team Titan suspendierte ihn, wurde aber trotzdem von der anstehenden DreamHack-Winter, einem Major-Turnier mit 250.000 US-Dollar Preisgeld, disqualifiziert.

KQLY behauptete anschließend, dass er vor seinem Wechsel zu Titan für eine Woche ein Programm getestet, dieses aber in keinem offiziellen Match genutzt hatte. Die "CS:GO"-Community schenkte ihm aber nur wenig Glauben.

Durch den VAC-Bann ist der Franzose von allen Valve-gesponserten Events ausgeschlossen. Seit Sommer 2017 ist er für Vexed Gaming in kleineren Turnieren und Qualifiern aktiv.

Manager droht Spieler und dessen Mutter

Für den größten Skandal in der LCS sorgte die einst renommierte Organisation MeetYourMakers. Ende 2014 übernahm MYM das EU LCS-Team SUPA HOT CREW. Kurz vor Beginn des Spring Splits 2015 verließ Mid-Laner Kori, zurzeit unter dem Nicknamen Selfie aktiv, das Team.

Rund zwei Wochen später kehrte der Pole ins aktive Lineup zurück und spielte den restlichen Split zu Ende. Während dieser Zeit kamen aber erschreckende Details ans Licht: Der Grund für Selfies Ausstieg kurz vor dem LCS-Start waren ausstehende Zahlungen von 2014 bei SHC.

MYM wollte diese nicht übernehmen und schob die Zahlungen auf die AK3 GmbH. Kurios: Diverse Verantwortliche der Organisation waren bei der GmbH angestellt.

Nachdem Selfie erklärt hatte, nicht mehr für MYM spielen zu wollen, drohte ihm der damalige Manager Falli in einem Telefongespräch: "Du weißt, dass deine Mutter den Vertrag unterschrieben hat, oder? Ich werde sicherstellen, dass ihr das Haus verliert. Das ist ein Versprechen." Der Pole hatte das Gespräch allerdings aufgenommen und die Geschehnisse wurden rasch publik.


MYM feuerte den Manager, dieser wurde von Riot Games auf unbestimmte Zeit für alle Positionen in einem LCS-Team gesperrt, doch das Innenleben des Teams war sichtlich geschädigt.

Durch Leistungssteigerungen gegen Ende der regulären Saison rettete sich MYM zwar in einen Tiebreaker um den neunten Platz gegen Giants Gaming, verlor diesen aber und stieg anschließend direkt aus der EU LCS ab. Die Spieler verließen daraufhin die Organisation.