Wo es die größten Diesel-Rabatte gibt

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Wo es die größten Diesel-Rabatte gibt

Der Abgasskandal hat das Image des Diesel schwer ramponiert. Die Hersteller reagieren mit immer mehr Eigenzulassungen – und hohen Rabatten.


Seit fast drei Jahren steckt der deutsche Diesel in der Krise. Was zunächst nur ein Problem für Volkswagen war, betrifft mittlerweile auch Deutschlands Premium-Hersteller. Wegen der Dauerkritik am Diesel werden Audi und BMW ihre Oberklasse-Limousinen nicht mehr los. Sie sind zu Eigenzulassungen gezwungen.

Die Mai-Rabattstudie des CAR Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass Eigenzulassungen bei den beiden Autobauern sprunghaft angestiegen sind. Auch über Rabattaktionen versuchen Händler und Internetvermittler Diesel-Fahrzeuge von BMW und Audi an die Kunden zu bringen.

„Seit 2016 vergeht kaum eine Woche ohne Negativmeldungen zum Diesel“, heißt es in der Studie. Selbst bei den stark nachgefragten SUV würden sich Privatkäufer immer seltener für Diesel entscheiden. Für die Premium-Anbieter sei das eine gefährliche Entwicklung.

BMW


Eigenzulassungen: In den ersten vier Monaten des Jahres hat BMW 34,3 Prozent seiner Diesel-Neuwagen als Eigenzulassung auf den Markt gebracht. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamten Jahr 2017 hatte BMW nur 27,4 Prozent seiner Diesel-Fahrzeuge über Erstzulassung angemeldet.

Händler-Rabatte: Der mittlere Rabatt in Werbeprospekten von BMW-Händlern lag in den ersten fünf Monaten des Jahres bei 21,8 Prozent. Im Vorjahreszeitraum betrug die Rabattquote noch 19,7 Prozent. Damit liegt BMW zwar noch unter dem Rabattschnitt von 22,2 Prozent der zwölf wichtigsten Marken in Deutschland. Doch der Anstieg fiel bei BMW gravierender aus als am Gesamtmarkt, wo der mittlere Rabatt in den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres noch 21 Prozent betrug.

Internet-Rabatte: Schlimmer sieht die Situation für BMW auf dem Markt der Internetvermittler aus. Dort entwickelt sich BMW gegen den Trend. Während im Gesamtmarkt die Internet-Rabatte von 19,2 auf 18,5 Prozent sanken, stiegen sie bei meistverkauften BMW-Modellen (X1, 1er, 5er) von 17,9 auf 18,1 Prozent.

Audi


Eigenzulassungen: Wie BMW setzt auch Audi verstärkt auf Eigenzulassungen bei seinen Diesel-Modellen. Von 24,2 Prozent im gesamten vergangenen Jahr stieg der Anteil von Januar bis April 2018 auf 30,3 Prozent.

Händler-Rabatte: Bei den Händler-Rabatten ist die Entwicklung noch gravierender. Lag der mittlere Rabatt in der Händlerwerbung von Januar bis Mai 2017 bei 15 Prozent und damit deutlich unter dem Marktdurchschnitt von 21 Prozent, stieg er im gleichen Zeitraum 2018 auf fast 20 Prozent an. Die aktuellen Ermittlungen gegen Audi-Chef Rupert Stadler sind in dieser Entwicklung noch nicht eingerechnet. Sie dürften aber den Rabattdruck auf die Audi-Händler noch weiter erhöhen.

Internet-Rabatte: Bei den Internetvermittlern scheint der Rabattdruck hingegen noch noch angekommen zu sein. Ähnlich wie der Gesamtmarkt sind hier die Preisabschläge für die meistverkauften Audi-Modelle (A3, A4, A6) gesunken. Von 15,2 Prozent im Zeitraum Januar bis Mai 2017 ging es in diesem Jahr runter auf 14,7 Prozent.

Während die Internetvermittler keine großen Rabattveränderung bei Audi vornahmen, sind bei einigen anderen Autoherstellern die Durchschnittsrabatte im Internet auf Monatssicht sprunghaft angestiegen:

Seat Ibiza


Den größten Rabatt-Anstieg im Internet verzeichnete der Seat Ibiza 1.0 MPI Active. Im April 2018 lag der Durchschnittsrabatt noch bei 14,9 Prozent. Einen Monat später stieg er auf 24,4 Prozent.

Renault Captur


Auf den Seat Ibiza folgt der Renault Captur Life Energy Tce 90. Hier ist der Durchschnittsrabatt von 20,4 auf 23,5 Prozent gestiegen.

Seat Leon


Den drittgrößten Rabattanstieg im Internet verzeichnete der Seat Leon mit 1,2 Liter Benzinmotor in der Ausführung Reference. Im April haben die Internetvermittler im Schnitt 22,1 Prozent Rabatt angeboten. Im Mai lag der Rabatt dann bei 24,5 Prozent.

Damit aber gehört der Seat nicht zu den Fahrzeugen mit dem absolut höchsten Rabatt im Internet. Bei Modellen anderer Fahrzeughersteller konnten Kunden im Mai sogar noch deutlich höhere Preisreduzierungen erzielen.

Ford Kuga


Den Ford Kuga mit dem 1,5 Liter Benzinmotor konnten Kunden über das Internet rund 25 Prozent günstiger bekommen.

Fiat 500


Beim beliebten italienischen Kleinwagen in der Ausführung Pop 1.2 8V waren im Mai 2018 durchschnittlich Rabatte von 26,2 Prozent möglich.

Hyundai i20


Die höchsten Rabatte gewährten Internetvermittler für den Hyundai i20 mit dem 75 PS-starken 1,2 Liter Benzinmotor. Hier lag der durchschnittliche Rabatt bei 29,5 Prozent.