JP-Morgan-Chef Jamie Dimon baut eine neue Zentrale – mit 70 Stockwerken für 15.000 Mitarbeiter. Nur die Adresse bleibt die alte.


Ein 215 Meter hohes Gebäude in der New Yorker Park Avenue beherbergt das Hauptquartier von JP Morgan Chase – noch. Am Mittwoch gab die Großbank bekannt, den Wolkenkratzer Anfang 2019 abreißen zu wollen. An derselben Stelle soll dann ein Neubau mit rund 230.000 Quadratmetern Fläche entstehen.

Die Bank braucht dringend mehr Platz: Das in den späten 1950er-Jahren gebaute bisherige Hauptquartier war ursprünglich für 3.500 Mitarbeiter ausgelegt, im Neubau soll die Kapazität vervierfacht werden. Dadurch können einige bisher nötigen Ausweichflächen aufgegeben werden. Die Belegschaft wird die rund 70 Stockwerke – etwa 20 mehr als bisher – aber frühestens 2024 beziehen können. Für die auf fünf Jahre angelegte Bauzeit hat JP Morgan Büroflächen in der nahen Umgebung gemietet.

Das Projekt nimmt eine Vorreiterrolle im städtebaulichen Konzept der Megacity ein, das die Zukunft des New Yorker Stadtteils Midtown Manhattan als zentralen Wirtschaftsstandort sichern soll. Der Plan wurde im Sommer vergangenen Jahres vorgestellt und soll auch andere Eigentümer motivieren, ihre teils veralteten Bürogebäude zu modernisieren.



Da der neue Turm etwa 150 Meter höher werden soll als der bisherige will JP Morgan umliegenden Gebäudeeigentümern bislang ungenutzte Rechte zur Bebauung ihrer Flächen abkaufen. Diese sogenannten Luftrechte entschädigen Eigentümer umliegender Gebäude für die negativen Folgen durch noch weiter in die Höhe gebaute neue Türme, insbesondere die zunehmende Verschattung.

Luftrechte in New York sind teuer: Durchschnittlich 225 Dollar pro Quadratfuß kostet das Recht, in die Höhe zu bauen. Das entspricht umgerechnet 2.422 Dollar pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter Haus liegt USA-weit gerade einmal bei 700 Dollar, zeigen Daten der US-Statistikbehörde.

Eigentümer, die ihre Luftrechte an JP Morgan verkaufen, müssen einen Teil des Erlöses an die Stadt abgeben: Mindestens 662 Dollar fließen in die Kasse der Kommune – in einen Topf mit zweckgebundenen Mitteln etwa für den Ausbau verkehrsberuhigter Zonen.

Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender von JP Morgan, betonte, man bekenne sich weiterhin zum Standort New York City und werde sich mit dem neuen Gebäude hocheffiziente Arbeitsplätze für das 21. Jahrhundert sichern.