Das größte Problem Deutschlands ist die radikalisierte Mitte

Sebastian Christ
Menschen bei einem Pegida-Aufmarsch. 

Deutschland hat ein ernstes Problem: Und es ist weniger leicht zu erkennen, als wir uns das wünschen können.

Die Rede ist nicht von den 15 bis 20 Prozent, die laut zahlreichen Studien für rechte Parolen empfänglich sind. Wir müssen über die Mitte unserer Gesellschaft reden. Und über ihre schleichende Radikalisierung.

Die ist im vollen Gange, wenn man einer Studie des US-amerikanischen Instituts Pew Research glauben darf. 

Die Forscher haben die Folgen des Populismus auf die politische Landschaft in acht westeuropäischen Ländern untersucht. Insgesamt 16.100 Menschen haben daran teilgenommen.

Alle Befragten wurden aufgrund ihrer Antworten verschiedenen politischen Milieus zugeteilt: Linke, Rechte und Angehörige der Mitte, und jeweils noch einmal die populistischen Strömungen in diesen Lagern.

Die Ergebnisse wurden am Donnerstag veröffentlicht.

Zuerst die gute Nachricht... 

Die gute Nachricht der Studie ist, dass Deutschland im internationalen Vergleich relativ unempfänglich für Populismus von rechts und links ist. Lediglich sechs Prozent der Bevölkerung gehören laut Pew Research dem rechtspopulistischen Spektrum an, nur fünf Prozent dem linkspopulistischem Spektrum.

Das sind, nach Schweden, die niedrigsten Werte aller acht untersuchten Länder. In der Kategorie “rechte Gesinnung” ergeben sich für Deutschland sogar die niedrigsten Werte. In Schweden werden 37 Prozent diesem politischen Milieu zugerechnet, hierzulande nur 14 Prozent.

Auf den ersten Blick scheint es also, als sei das Potenzial der AfD sehr beschränkt und als gelte die alte Weisheit, dass Wahlen stets in der Mitte gewonnen werden.

Das stimmt aber nur bedingt.

Populismus der Mitte 

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