Der größte anzunehmende Unfall

Carsten Arndt
·Lesedauer: 3 Min.
Der größte anzunehmende Unfall
Der größte anzunehmende Unfall

Es ist der größte anzunehmende Unfall, der GAU für den FC Bayern.

Vier Wochen ohne Tormaschine Robert Lewandowski, ohne den Weltfußballer!

Zu einem Zeitpunkt der Saison, an dem sich entscheidet, ob es am Ende eine erfolgreiche wird. Ob am Ende weitere Trophäen ihren Weg in die Säbener Straße finden.

Bekommen die Bayern ihr Problem nun intern gelöst, oder wird die Katastrophe gar unbeherrschbar und am Ende sogar zum Super-GAU?

FC Bayern: Robert Lewandowski - der Außerirdische

"Lewys Verletzung ist natürlich bitter für uns und zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Da müssen andere in die Bresche springen", forderte Bayern-Teamkollege Thomas Müller am Dienstagabend in einem Instagram-Livechat mit Mats Hummels.

Wie schwer der Ausfall wegen einer Bänderdehnung im rechten Knie für die Bayern wiegt, zeigt schon die Reaktion von Uli Hoeneß, der am Sonntag in seiner Funktion als RTL-Experte zugab, ihm sei "gerade das Herz stehengeblieben", als er Lewandowskis Verletzung im TV-Studio zu sehen bekam.

In 36 Pflichtspielen für die Bayern hat der Pole in dieser Saison bislang sagenhafte 42 Treffer erzielt und acht weitere vorbereitet. Mit 35 Toren in der Liga war er auf bestem Wege, die magische 40-Tore-Marke von Gerd Müller zu knacken.

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"Wir sprechen von einem Außerirdischen. Ronaldo lebt für den Fußball wie Lewandowski. Sie trainieren, essen und ruhen sich mit einem Ziel aus: ihre Leistung zu verbessern und die Besten zu sein", schwärmte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge vor einigen Monaten von seinem Stürmer-Star.

Lewandowski verpasst PSG-Showdown

Nun wird er den Münchnern also mindestens vier Wochen fehlen. Was bedeutet, dass der FCB-Star nicht nur im Topspiel der Bundesliga gegen RB Leipzig ausfallen wird, sondern auch in den beiden Viertelfinalspielen der Champions League gegen Paris Saint-Germain (Hinspiel am 6. April, Rückspiel am 14. April).

Der 32 Jahre alte, topfitte Modellathlet war zuletzt vor über einem Jahr, im Februar 2020, länger ausgefallen - wegen eines Anbruchs der Schienbeinkante.

Damals verpasste er allerdings nur zwei Spiele in der Liga (6:0 gegen Hoffenheim, 2:0 gegen Augsburg) und das Viertelfinale im Pokal gegen Schalke 04 (1:0). Bayern gewann alle drei Partien, zwei Mal lief der junge Joshua Zirkzee als Ersatz in der Spitze auf, der ist aktuell aber an Parma Calcio verliehen.

Darf Choupo-Moting gegen den Ex-Klub ran?

Bewusst haben die Münchner Jahr für Jahr auf einen echten Herausforderer für Lewandowski verzichtet, weil dieser schlicht keine Chance gehabt hätte.

Es brauchte also einen Backup, der im Notfall die nötige Qualität besitzt, einzuspringen, aber auch nicht murrt, wenn er wochenlang nur auf der Bank sitzt. Einer wie Eric-Maxim Choupo-Moting.

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Schlägt jetzt die Stunde des Kameruners? Choupo-Moting hat seine Rolle als Backup bislang sehr gut ausgefüllt, die Bayern wollen den im Sommer auslaufenden Vertrag nach SPORT1-Informationen verlängern.

Der 32-Jährige, der in 24 Pflichtspielen bislang fünf Mal traf, könnte in der Bundesliga zum fünften Mal von Beginn an auflaufen und würde in der Königsklasse auf seine Ex-Kollegen aus Paris treffen.

Auch in der Startruppe von PSG hatte er die Rolle des Jokers hinter den Superstars inne - und sorgte genau in dieser Rolle mit seinem Tor gegen Atalanta Bergamo in der 93. Minute dafür, dass das Team des damaligen Trainers Thomas Tuchel ins Halbfinale der Champions League einzog.

Gnabry als Lewandowski-Ersatz?

Königsklasse kann aber auch Serge Gnabry. Neun Mal traf er in der Sextuple-Saison in der Champions League.

Zudem war er zuletzt auch in der Nationalmannschaft erfolgreich in vorderster Front zugange. Gemeinsam mit Thomas Müller auf der Zehn könnten beide immer wieder die Positionen wechseln und in die Spitze vorstoßen.

Wie auch immer Flicks Entscheidung ausfallen wird, er muss jetzt eine Lösung finden - und den Super-GAU verhindern.