Goslar: Versöhnliche Töne nach deutsch-türkischem Stadtrundgang

Rundgang durch Sigmar Gabriels niedersächsische Heimatstadt Goslar. Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel und sein türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu sind wieder enger zusammengerückt.

"So, auf der Spur", bemerkte Cavusoglu und lächelte - im Gegensatz zu Gabriel.

Trotz anhaltender bilateraler Spannungen vereinbarten die Minister eine Verstärkung der Kooperation - zumindest in einigen ausgewählten Bereichen.

Cavusoglu sagte nach dem Spaziergang durch Goslar:

"Wir haben Meinungsverschiedenheiten bei verschiedenen Themen. Und wir haben einige Probleme. Tatsächlich gab es eine Eskalation und Spannungen. Wir als Außenminister glauben aber, dass wir diese durch Dialog beilegen können."

Gabriel ergänzte:

"Jetzt ist er hierhergekommen. In der Zwischenzeit hat sich Einiges getan. Wir haben über wirtschaftliche Beziehungen gesprochen. Es gab Entscheidungen in der türkischen Justiz, die dazu geführt haben, dass Menschen, die in der Türkei in Haft waren, oder die Türkei nicht verlassen durften, inzwischen.auf freiem Fuß sind oder die Türkei auch wieder verlassen durften. Und wir haben heute natürlich angesetzt an all dem, was wir in den nächsten Wochen und Monaten gemeinsam versuchen in Gang zu setzen."

Erstes Anzeichen für die Annäherung war bereits die Freilassung der deutschen Journalistin Mesale Tolu aus türkischer Untersuchungshaft Mitte Dezember. Die 33-Jährige mit türkischen Wurzeln darf allerdings nicht ausreisen. Der Prozess gegen Tolu wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation soll im April fortgesetzt werden.

Gabriel und Cavusoglu erörterten in Goslar auch den Fall des seit über einem Jahr inhaftierten "Die Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel. Details des Vier-Augen-Gesprächs über Yücel wurden allerdings nicht bekannt.