Gorillas plant Berichten zufolge eigene Kreditkarte

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Ein Gorillas-Kurier auf seinem Fahrrad in Berlin.
Ein Gorillas-Kurier auf seinem Fahrrad in Berlin.

Geht es nach Gorillas-Gründer Kagan Sümer, will er künftig nicht nur Einkäufe innerhalb von zehn Minuten ausliefern, sondern auch Bankkonten anbieten. Das berichtet zumindest das Wirtschaftsmagazin Finance Forward, dem Firmenpräsentationen aus dem Frühsommer 2021 vorliegen.

Demnach will „Gorillas 2.0“ in seinem erweiterten Geschäftsmodell Kreditkarten mit dazugehörigem Bankkonto an seine Nutzer verteilen. Die Kunden sollen dadurch Rabatte bei ihrem App-Einkauf bekommen. Für das Unicorn bedeute es wiederum, dass es Daten über seine Kundschaft und das Einkaufsverhalten sammeln kann, um so sein Geschäft zu verbessern. "Wir behalten uns vor in Zukunft neue Revenue-Streams zu erschließen, wenn dies aus Unternehmenssicht sinnvoll erscheint", so das Unternehmen auf Gründerszene-Anfrage.

Wann diese mögliche Fintech-Strategie umgesetzt werden soll, sei unklar. Bislang gebe es keinen Zeitplan und diese Idee sei nur eine von vielen, heißt es in dem Bericht. Es kann also gut möglich sein, dass das Konzept wieder verworfen wird. Auch von Eigenmarken, Medikamenten, personalisierter Werbung und dichteren Standorten sei im „Gorillas 2.0“-Fahrplan die Rede, heißt es im Capital-Magazin.

20 Millionen Euro Umsatz zu Jahresbeginn

Laut Capital soll Gorillas von Januar bis April etwa 20 Millionen Euro umgesetzt haben, bis zum Ende des Jahres könnten es 150 Millionen Euro sein. Eine überraschend geringe Summe, zumal Chef Kagan Sümer im OMR-Podcast im Januar noch kokettierte, dass 100 Millionen Euro selbst im Monat bald zu schaffen seien. Für E-Commerce-Startups jeglicher Branchen sind eigene Finanzdienstleistungen ein möglicher Schritt, um sich unabhängiger von großen Dienstleistern zu machen und selbst noch Umsätze zu generieren.

Das Kassen-Startup Orderbird hat sich etwa kürzlich als Instanz zwischen Bankanbieter und Kunde platziert, um eine höhere Marge bei den Transaktionsgebühren zu erreichen und näher am Kunden dran zu sein. Auch das Reservierungsportal Discoeat wolle sich dazwischenschalten, um Nutzeranfragen zu bündeln und an den Bezahldienstleister weiterzureichen. So bekommen die Nutzer Rabatte auf die Kreditkartengebühren und das Startup eine Provision.

Gorillas würde mit seinem Konzept einen Schritt weiter gehen und die Bezahlung komplett selbst übernehmen. Dabei würden etwa Startups wie die Solarisbank helfen, schreibt Finance Forward.

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