Goretzka nimmt seine Zukunft in die Hand

Martin van de Flierdt, Reinhard Franke, Rasmus Godau
Die Saison ist vorbei, das Transferfenster ist geöffnet und die Gerüchteküche brodelt. Welcher Klub will sich wie verstärken? SPORT1 zeigt die Wechselkandidaten der Bundesligisten. Der nationale Transfermarkt

Leon Goretzka scheint die Gunst der Stunde zu nutzen. Beim FIFA Confederations Cup in Russland (LIVE im TV auf SPORT1) hat sich der Schalker mit einem beherzten Auftritt im deutschen Eröffnungsspiel gegen Australien in den Fokus der Fußball-Weltöffentlichkeit gespielt.

Die wird nun bei seinem zweiten Auftritt am Donnerstag (ab 20 Uhr im LIVETICKER) in Kasan gegen Chile genau hinschauen, ob er seine Leistung bestätigen kann.


Goretzka ein Thema bei Bayern

Einen Markt für Goretzka gibt es bereits jetzt.

"Dass er ein Thema beim FC Bayern ist, ist für mich klar", sagt SPORT1-Experte Thomas Strunz. "Ich kann mir schon vorstellen, dass das ein Spieler ist, der dem FC Bayern gut tut von seiner Art Fußball zu spielen, von seiner Laufstärke, von seinen Fähigkeiten und seiner Flexibilität, auch bestimmte Positionen zu interpretieren."

Nur noch ein Jahr Vertrag auf Schalke

Tritt Goretzka in Russland weiter so stark auf, dürften neben den Münchnern allerdings weitere internationale Topklubs als Mitbewerber auf den Plan treten. Der Vertrag des 22-Jährigen beim FC Schalke 04 läuft nur noch bis 2018. 

Und auch wenn "Knappen"-Manager Christian Heidel betont, es gebe für die kommende Saison "nur den Plan mit Goretzka", wird es ein schwieriges Unterfangen, ihn in Gelsenkirchen zu halten.

Vor allem, weil die Königsblauen in der kommenden Spielzeit international nur zuschauen.


"Auf dieser Position gibt es niemand Vergleichbaren in Deutschland, der mit diesen Qualitäten versehen ist", sagt Peter Neururer, der das damals 17-jährige Eigengewächs des VfL Bochum in der Saison 2012/13 zu den Profis hochzog, zu SPORT1. "Es war klar erkennbar, dass er diese Leistungsschritte machen wird. Und er ist noch lange nicht am Ende."

Ernährungsumstellung hilft Goretzka  

Zumal Goretzka seine Schwachstelle ausgemerzt hat. Der Mittelfeldspieler brauchte nach kleineren Verletzungen deutlich länger als andere Spieler, um wieder auf die Beine zu kommen.

Er ließ sich von einem Stoffwechsel-Spezialisten untersuchen und stellte anschließend die Ernährung um. Milch, Schweinefleisch und Gluten sind nun für ihn tabu. Seither fühlt er sich fitter und voller Energie.

Was über das Sportliche hinaus laut Neururer für Goretzka spricht, sind Bodenständigkeit und Intelligenz. So fühlt er sich in seiner Wohnung in seinem Bochumer Elternhaus zwar pudelwohl, ist sich aber seiner aktuellen Marktposition völlig bewusst.


"Jeder muss wohl mal von zu Hause weg", sagte er der Süddeutschen Zeitung zum Thema persönliche Perspektive. Er lasse sich da aber "keinen Stress machen. Bis ich mir was überlegt und mich entschieden habe, werde ich keine Zwischenmeldungen abgeben."

Jedes weitere gute Spiel beim Confed Cup erweitert seine Zukunftsoptionen und verbessert seine Chancen auf den WM-Kader.

Neururer hat an Goretzkas Russland-Rückkehr im Sommer 2018 nicht die geringsten Zweifel: "Leon wird auf dieser Position einer der herausragenden Spieler in der deutschen Nationalmannschaft."

Die Partie gegen Chile dürfte weitere Aufschlüsse geben, wie weit die Realität von der Prognose seines ehemaligen Förderers noch entfernt ist.