GoPro: 95 Prozent Kursverlust – die Q1-Zahlen helfen hier nicht weiter

Benedikt Kaufmann
1 / 1
GoPro: 95 Prozent Kursverlust – die Q1-Zahlen helfen hier nicht weiter

Nach überraschenden Zahlen machte die Aktie von GoPro nachbörslich einen deutlichen Satz nach oben. Die Kursgewinne von sieben Prozent hielten jedoch nicht lange – die Aktie rutschte sogar ins Minus.

Die lange Talfahrt des einst gefeierten Börsenlieblings GoPro geht weiter. Vom Rekordhoch bei 98,47 Dollar Dollar ging es steil bergab auf heute 4,89 Dollar – satte 95 Prozent Verlust. Auch die neuesten Quartalszahlen ändern nichts an dem Kursverfall.

Zwar veröffentlichte der Hersteller von Action-Kameras im ersten Quartal Umsätze, die deutlich über den Erwartungen der Analysten lagen. Doch der negative Wachstumstrend bleibt bestehen. Die Erlöse schrumpften gegenüber dem Vorjahresquartal um sieben Prozent auf 202 Millionen Dollar.

Das Unternehmen hat viel versucht, um wieder profitabel zu wirtschaften. Preiserhöhungen und -senkungen, Innovationen bei den Kamera-Features, teure Marketingkampagnen sowie wiederholte Entlassungswellen. Daneben wurde mit der Karma-Drohne versucht, ein neues Geschäftsfeld zu erschließen. Etwa ein Jahr später kündigte GoPro den Rückzug aus dem Drohnengeschäft an – was bleibt sind die Schulden.

Kaum etwas spricht für GoPro

Fest steht: die Aktie von GoPro ist trotz des Kursverfalls zu teuer. Verglichen mit anderen Elektronikherstellern wie beispielsweise LG Electronics, die daneben noch profitabel wirtschaften, ist GoPro mit einem doppelt so hohen KUV bewertet.

Das einzige was aktuell für den Action-Kamera-Hersteller spricht ist eine mögliche Übernahme durch einen größeren Player. GoPro erklärte sich bereit mit einem größeren Hersteller zusammenzuarbeiten, CEO Nick Woodman ist für eine Übernahme offen und laut einem Bericht von The Information habe der chinesische Konzern Xiaomi Interesse. Es gibt jedoch weniger riskante Übernahmespekulationen mit den gleichen Chancen. Es gilt: Finger weg!