Google Pixel 2 und Pixel 2 XL Hands-On

Sascha Koesch
(engadget)



Google brachte es auf seiner Vorstellung der neuen Smartphones fertig, kaum von den Spezifikationen ihrer neuen Smartphones zu reden. Warum? Weil es ihnen ganz und gar um die Integration von Software, AI und Hardware ging. Damit präsentierte sich Google wirklich als eine Art Apple der Android-Welt. Um so mehr muss man ihnen zugestehen, dass diese Strategie funktioniert hat, auch wenn sie im Detail jenseits des Assistenten und der Kamera noch schwer zu fassen ist.

Visuell geht natürlich bei einem Hands-On das Pixel 2 XL mit seinem brillanten POLED 6-Zoll Display vor, das sehr elegant an den Rändern gebogen wirkt, mit 18:9 die Frontseite gut ausfüllt, aber dennoch oben und unten einen merklichen Rand lässt. Auch die Seiten sind etwas breiter als bei so manchen Konkurrenten, aber der Aluminium-Body wirkt sehr aus einem Guss und elegant.

Pixel 2 XL hands-on



Das Pixel 2 XL ist schlanker als ein Vorgänger und mit der Farbnuance (Orange) am Einschaltknopf auch irgendwie frisch, obwohl ich persönlich finde, dass die farbliche Absetzung bis unter den Fingerabdrucksensor früher ausgewogener wirkte. Das Aluminium der Pixel fühlt sich wohl gar nicht metallisch an, sondern eher wie Polycarbonat.

Die Kameras sind hier der Star und in den kurzen Momenten die unsere Kollegen mit ihnen hatte, schwang so etwas wie eine leicht irrationale Begeisterung über die Klarheit und Geschwindigkeit der Fotos mit. Nur 12,2 Megapixel, keine Dual-Kamera aber dennoch: wow. Das wird sich im weiteren dann beweisen müssen, aber der 98 Score bei DxOMark klingt schon mal erstaunlich und wirklich so, als hätte Google allein mittels AI hier die Konkurrenz einiges hinter sich lassen können.



Klar, ohne Doppel-Linse gibt es auch keine optischen Tele- oder Weitwinkel-Optionen, aber dort wo die Kamera ihren Blick drauf richtet, holt sie das Maximum aus dem Objekt raus. Und mit Google Lens eben auch die Bilderkennungsdetails. Ein Google-Suche über die Kamera, eigentlich längst überfällig.

Die Pixels sind erstaunlich leicht, ihr Drückfeature zum Aufruf des Assistenten praktisch, ihre IP67 Wasserresistenz brauchbar und man kann sich bei beiden entscheiden, ob man eine eSIM oder eine NanoSIM nutzen will. Im Launcher ist Google selbst nach unten gerutscht und hängt mit der Leiste von Apps zusammen, die man ständig braucht, dafür ist oben jetzt Platz für ein neues Feature, das einen eine Übersicht positionieren lässt, über Dinge die man ständig im Blick halten möchte.

Google Pixel 2 hands-on LIVE



Beim klassischeren Pixel 2 ist der Bildschirm mit 16:9 und 5-Zoll wesentlich typischer, aber die Interna bleiben die gleichen, so dass man auch hier von der Kamera profitieren kann. Man darf wirklich sagen, dass Google es mit diesen beiden - vor allem aber vermutlich dem XL - geschafft hat, dass Android seine wirklichen Vorzüge bis ins letzte ausspielen kann. Wir vermuten speziell das Pixel 2 XL dürfte in der Flaggschiffliga auch was die Verkäufe betrifft dieses Mal ganz oben mitspielen, sofern es Google gelingen sollte, die Produktion entsprechend hochzufahren.

Erstaunlich, wie es Google mit der Perfektionierung einer Anwendung (Fotos) hier einen völlig neuen Schwung in die Android-Welt bringt und sie mit einem Glamour zu überziehen mag, der früher immer Apple vorbehalten war. Magie halt. Verführung. In gewissen Teilen vielleicht auch Realitätsverlust.