Google investiert in Deutschland eine Milliarde Euro in Rechenzentren, die auf Öko-Strom setzen sollen

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Baustellen-Besuch von Google-Vizepräsident Daniel Holz (l.) und dem Oberbürgermeister von Hanau, Claus Kaminsky.
Baustellen-Besuch von Google-Vizepräsident Daniel Holz (l.) und dem Oberbürgermeister von Hanau, Claus Kaminsky.

Google will bis 2030 eine Milliarde Euro in den Aus- und Neubau seiner Cloud-Anlagen in Deutschland investieren. Das hat das US-Technologieunternehmen am Dienstag in Berlin bekannt gegeben. Google Cloud stellt Unternehmen Rechen-Ressourcen über das Internet zur Verfügung. In Deutschland zählen unter anderem die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Otto-Gruppe, Viessmann und Delivery Hero zu Googles Kunden. Google will damit die nach eigenen Angaben wachsende Nachfrage nach Cloud-Diensten in Deutschland bedienen.

Bisher betreibt Google in Deutschland eine sogenannte Cloud-Region im Raum Frankfurt. In Hanau steht eine weitere Cloud-Anlage kurz vor der Fertigstellung. Außerdem will Google eine zweite Cloud-Region in Deutschland einrichten – in Berlin-Brandenburg. Den genauen Standort will Google noch nicht verraten. Weltweit gibt es 27 Cloud-Regionen. Mit dem Ausbau will man näher an die Kunden rücken. Dadurch reduzieren sich beispielsweise Datenlaufzeiten (Latenz) im Vergleich zu einer transatlantischen Datenverbindung erheblich. Gleichzeitig erhöhe sich laut Google die Ausfallsicherheit. Für die Kunden gibt es aber auch rechtliche und regulatorische Gründe, auf Cloud-Rechnern zu arbeiten, die in Deutschland stehen, statt Anlangen in den USA zu verwenden.

Deckung des immensen Stromverbrauchs durch Öko-Strom

Ein erheblicher Teil des Investments fließt in die Produktion erneuerbarer Energie in Deutschland, denn die Rechenzentren sind auch riesige Stromverbraucher. Seit 2017 gleicht Google bereits seinen weltweiten jährlichen Stromverbrauch durch den Einkauf von Öko-Strom aus. Google kündigte jetzt an, dass der lokale Energiepartner "Engie Deutschland" aus Köln in den kommenden Jahren mehr als 140 Megawatt (MW) an Solar- und Windenergie in das deutsche Netz einspeisen wird. Dazu gehörten eine neue 39-MW-Photovoltaikanlage und die Erhaltung von 22 Windparks.

Damit soll sichergestellt werden, dass "ab 2022 zu jeder Stunde rund 80 Prozent der an die Google-Infrastruktur gelieferten Energie aus CO2-freien Quellen stammt", so Google. Gefragt nach dem Grund der hohen Investition sagte Google, man glaube, Deutschland spiele bei der Transformation von Unternehmen und Organisationen eine "Schlüsselrolle".

Die neue Anlage in Hanau aus der Vogelperspektive.
Die neue Anlage in Hanau aus der Vogelperspektive.

mit dpa

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