Google-Gewinn nach EU-Rekordstrafe deutlich geschrumpft

Beim Google-Mutterkonzern sprudeln die Einnahmen aus der Werbung kräftig

Infolge der von der EU verhängten Rekordstrafe ist der Gewinn des Google-Mutterkonzerns Alphabet im zweiten Quartal deutlich zurückgegangen. Er sank um 9,3 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro), wie Alphabet am Montag mitteilte. Der Umsatz nahm dank hoher Einnahmen aus der Werbung jedoch um mehr als ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu: Er schwoll um 25,5 Prozent auf 32,7 Milliarden Dollar an.

Damit gelang es Alphabet trotz der EU-Strafe, die Erwartungen der Analysten deutlich zu übertreffen. Allein die Werbeeinnahmen stiegen um 28 Milliarden Dollar - ein Zuwachs um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch die Gewinnbilanz sieht deutlich besser aus, wenn die Effekte der EU-Strafe herausgerechnet werden. Der Gewinn pro Aktie betrug ohne die Sondereffekte 11,75 Dollar - die Analysten hatten mit 9,54 Dollar gerechnet.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch eine Strafe von 4,34 Milliarden Euro gegen Google wegen "illegaler Praktiken" beim mobilen Betriebssystem Android verhängt. Die europäischen Wettbewerbshüter werfen dem Unternehmen vor, Handy- und Tablet-Herstellern sowie Mobilfunkbetreibern "seit 2011 rechtswidrige Einschränkungen auferlegt" zu haben. Google kündigte umgehend Einspruch an und muss die Strafe vorerst nicht zahlen. Dennoch bildete das Unternehmen bereits entsprechende Rückstellungen, was die Gewinnbilanz negativ beeinflusste.