Google drängt zurück nach China – es wartet ein riesiger Markt

Benedikt Kaufmann
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Google drängt zurück nach China – es wartet ein riesiger Markt

Erst 2010 beendete Google die Operationen in China – jetzt drängt der Gigant zurück. Es wird wieder investiert im Land der Mitte. Kein Wunder, denn dort wartet ein unglaublich lukrativer Markt.

In China verfügen mehr als 730 Millionen Menschen Zugang zum Internet; das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung. Zum Vergleich: Die gesamte EU verfügt über 434 Millionen Internetnutzer; etwa 86 Prozent der Gesamtbevölkerung. China ist damit nicht nur der größte regionale Markt für Internet-Konzerne sondern besitzt gleichzeitig massives Wachstumspotential.

Die Besonderheit der chinesischen Internetnutzer ist dabei, dass sie hauptsächlich Mobiltelefone nutzen, um online zu gehen. Perfekt für Google, denn der Konzern ist mit dem Großteil seiner Produkten auf den Mobile-Markt ausgerichtet – allen voran das Betriebssystem Android. Jedoch findet man auf den Smartphones der Chinesen nicht die vorinstallierten Standard-Apps wie YouTube oder Google Maps. Diese Anwendungen sind nicht konform mit den Zensurbestimmungen der Kommunistischen Partei. Dies war 2010 auch der Grund weshalb Google sich aus dem China-Geschäft zurückzog.

Innovativer Hot-Spot

Doch der chinesische Markt ist zu aussichtsreich. Langsam drängt Google nach China zurück. Mittlerweile existieren zwei Google-Büros in Peking und Shanghai. Ein weiteres Bürogebäude soll nun im Tech-Zentrum Shenzhen bezogen werden. Zudem will Google in Peking eine Forschungseinrichtung im Bereich Künstliche Intelligenz eröffnen. Der Konzern will dort nicht nur forschen, sondern sucht auch Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften.

Nicht nur Google will in KI-Forschungszentren im Raum Peking investieren. Die Kommunistische Partei plant dort für 2 Milliarden Dollar den Bau eines riesigen Forschungsparks. China dürfte der heißeste Ort für KI-Entwicklung werden. Bereits jetzt wächst die asiatische TensorFlow Entwickler-Community rasend schnell. TensorFlow ist eine von Google entwickelte Open-Source-Programmbibliothek für Künstliche Intelligenz.

Langfristiger Kurstreiber

China und Künstliche Intelligenz bleiben verlockende für Google. Für die Anleger ist dies jedoch noch ferne Zukunftsmusik. Bis KI-Technologien wie das autonome Auto marktreif sind und deutliche Umsätze generieren dürfte es noch ein paar Jahre dauern. Google gilt im KI-Bereich jedoch als gut aufgestellt und als potentieller späterer Marktführer.

Das langfristige KI-Potential ist nur ein Argument dafür, die Gewinne bei der Alphabet-Aktie weiterlaufen zu lassen. DER AKTIONÄR setzt das Kursziel auf 1.150 Dollar – der Stopp liegt bei 740 Dollar.