Good News des Tages: Gefangene brechen ein Auto auf und retten damit ein Baby

Johannes Giesler
Freier Autor
Dank der Hilfe von fünf Gefangenen auf Freigang, konnte die kleine Dallas aus einem abgeschlossenen Auto gerettet werden. (Foto: Symbolbild / gettyimages / djedzura)

Weil sich der Vater ausgesperrt hatte, eilten Polizisten und Gefängnis-Insassen auf Freigang zur Hilfe. Dank ihres besonderen “Talents” dauerte es nur wenige Minuten, bis die Gefangenen das Auto geöffnet und das Baby befreit hatten.

In ihren gestreiften Häftlingsklamotten stehen die Gefangenen um das Auto herum, bereit, es jederzeit aufzubrechen. Daneben stehen Polizisten und sagen: “Schaut ab und an mal durch die Scheibe und schneidet Grimassen, damit sie nicht denkt, dass sie allein ist.”

Sie, das ist die einjährige Dallas, das Baby sitzt eingeschlossen in dem Auto. Ihr Vater hatte sie Minuten zuvor in den Kindersitz auf dem Rücksitz geschnallt, unbedacht seinen Autoschlüssel nach vorne geworfen und die Tür zugemacht. Als er einsteigen wollte, fiel ihm sein Fehler auf: Das Auto war verschlossen. Zu seinem Glück arbeiteten ganz in der Nähe Sträflinge auf Freigang. Mit dabei die zuständigen Polizisten zur Aufsicht.

Eine zweite Chance mit alten Gewohnheiten

Chris Nocco ist einer von ihnen. Zudem ist er der befehlshabende Sheriff in New Port Richey, einer Stadt im Bundesstaat Florida. Im Gespräch mit dem TV-Sender ABC sagt er später über die besondere Teamarbeit zwischen Gesetzeshütern und Straffälligen: “Wir vertrauen ihnen. Ja, sie haben einen Fehler begangen. Aber unsere Aufgabe ist es, sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Und den meisten ist auch bewusst, dass sie mal falsch abgebogen sind, deshalb wollen sie in Zukunft alles richtig machen.”

Und so können die fünf Gefangenen ihr besonderes “Talent” für eine gute Tat einsetzen, mit dem Segen der Polizei. Ein Kleiderbügel aus Draht reicht dabei aus, schnell umgeformt zu einem Haken, um die verschlossenen Türen des Chevy Tahoes zu öffnen. Die ganze Szene nimmt derweil die Mutter von Dallas mit ihrem Handy auf. Sie sagt: “Für das Baby ist es ganz und gar nicht witzig. Aber ansonsten ist es eigentlich zum Schreien.”

Ein besonderer Valentinstag

Den vierminütigen Facebook-Clip haben mittlerweile hunderte Menschen gesehen und geteilt. Einige Kommentatoren danken den “Kriminellen” für ihre Hilfsbereitschaft, andere haben Tipps für die Eltern parat, etwa diesen: “Besorgt euch einen Schlüsselanhänger, den ihr um den Hals tragen könnt. Seit ich den trage, habe ich mich nicht mehr aus dem Auto ausgesperrt.”

Aber zurück zu den Gefangenen und ihrem Kleiderbügel, den sie im Übrigen nicht immer mit sich herumtragen, bis sich eine passende Gelegenheit bietet. Eine Frau, die neben dem Chevy parkte, konnte damit dienen. Und nach ein wenig Gestochere mit dem Bügel ertönt auch schon die Hupe des Autos – die Diebstahlsicherung. Ein erlösendes Geräusch in diesem Augenblick. “Gott sein Dank!”, ruft die Mutter. “Vielen Dank euch allen für eure Hilfe. Und noch einen schönen Valentinstag.” Den haben sie auf jeden Fall der kleinen Dallas beschert.

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