Good News des Tages: Feuerwehrmänner gehen die Extrameile

Johannes Giesler
Freier Autor
Drei Feuerwehrmänner schieben einen Rollstuhlfahrer eine Anhöhe hinauf. Das Video der guten Tat ist aus dem Fahrerhaus des Einsatzwagens aufgenommen, der Scheibenwischer steht halb im Bild. Foto: Screenshot / Facebook / Raytown Fire Protection District

Ein Rollstuhlfahrer aus dem amerikanischen Missouri bleibt in sandigem Untergrund stecken. Passanten rufen daraufhin den Notruf, die Feuerwehr rückt aus und kann ihn auch schnell befreien. Doch dann stehen sie vor einem weiteren Problem.

Es ist der 16. April, ein Mann, er ist Kriegsveteran und sitzt im Rollstuhl, möchte das schöne Wetter nutzen und angeln gehen. Nicht allzu weit von seinem Zuhause liegt ein Fischteich, den kennt er gut. Er fährt also in seinem elektrisch betriebenen Rollstuhl los, die Rampe seines Hauses hinab und am Rande der zweispurigen Hauptstraße entlang durch seine Nachbarschaft. Er ist schon eine ganze Zeit unterwegs, als er etwas vom geteerten Weg abkommt und in den sandigen Seitenstreifen rutscht. Seine Reifen graben sich schnell ein in den weichen Untergrund neben der Fahrbahn. Der Rollstuhl steckt fest. Passanten eilen dem Mann zur Hilfe, doch auch sie schaffen es nicht, ihn zu befreien. Also rufen sie den Notruf.

Die Batterie des Rollstuhls ist fast leer

Mike Hunley ist der stellvertretende Direktor der Feuerwehr in Raytown, einem Städtchen im amerikanischen Misouri. Im Gespräch mit dem „Kansas City Star“ sagt er später über den Einsatz: „Unsere Jungs hoben den Mann schnell samt Rollstuhl aus der Spur, in der feststeckte. Bis die Einsatzkräfte aber kamen, hatte er wohl immer wieder versucht, aus eigenem Antrieb freizukommen und dabei den Großteil seiner Batterie verbraucht.“

Nachdem die Feuerwehrmänner den Mann also befreit haben, stehen sie vor einer zweiten Aufgabe: Ohne Energie können sie den Rollstuhlfahrer nicht zurücklassen. Sie beschließen, ihn die ganzen sieben Blocks zu seinem Haus zurückzuschieben. Zu ihrem Glück besitzt der Rollstuhl einen Leerlauf, sodass er sich notfalls von Hand antreiben lässt. Drei der Feuerwehrmänner packen und schieben an.

Ein kurzes Video bringt den Einsatzkräften viel Aufmerksamkeit

Ein vierter Kollege fährt derweil den Einsatzwagen im Schritttempo hinterher, um das Grüppchen vor dem Straßenverkehr zu schützen. Immer wieder brausen Autos vorbei, während die Feuerwehrmänner den Rollstuhl einen Hügel hinaufschieben. Sie haben ihre Jacken ausgezogen, denn die Sonne steht hoch am blauen Himmel, die Männer müssen sich tief reinlehnen gegen den Anstieg.

Von diesem Moment hat die Feuerwehr, wahrscheinlich hat es der Kollege hinter dem Steuer mit seinem Smartphone aufgezeichnet, einen kurzen Clip auf der eigenen Facebook-Seite veröffentlicht. Darüber steht: „Was passiert, wenn ein Einsatzwagen voll Feuerwehrleute einem Rollstuhlfahrer mit leerer Batterie zu Hilfe kommt? Du steigst aus und hilfst ihm nach Hause.“

Sie machen einen Unterschied aus

Das Video wurde mittlerweile über 170.000 Mal angeklickt und fast 2.000 Mal geteilt. Hunley sagt dazu: „Wir sind überrascht von der großen Aufmerksamkeit. Wir ermutigen unsere Jungs jeden Tag, den besten Weg zu beschreiten und dabei einen Unterschied auszumachen. Wir freuen uns einfach, dass sie den Menschen helfen können, denn damit verdienen sie ihren Lebensunterhalt.“

Viele Menschen wollen sich dennoch bei den Feuerwehrmänner bedanken. So schreibt eine Nutzerin unter das Facebook-Video: „Es sind Momente wie dieser, die meinen Glauben an die Menschheit wiederherstellen. Vielen Dank, dass ihr so außergewöhnliche Menschen seid.“ Ein anderer Nutzer kommentiert: „Ihr seid super! Ihr habt im Leben dieses Gentlemans einen bedeutenden Unterschied ausgemacht und einen noch größeren in meinem. Vielen Dank, dass ihr so großartig seid.“