Golf: British Open: Kaymer verabschiedet sich erhobenen Hauptes

Martin Kaymer hat sich mit seiner besten Turnierrunde erhobenen Hauptes von der 146. British Open verabschiedet. Im englischen Southport spielte der 32-Jährige aus Mettmann am Sonntag eine 68 - die Chance auf eine Top-Platzierung hatte er auch wegen einer Schulterblessur vorzeitig verspielt.

Martin Kaymer hat sich mit seiner besten Turnierrunde erhobenen Hauptes von der 146. British Open verabschiedet. Im englischen Southport spielte der 32-Jährige aus Mettmann am Sonntag eine 68 - die Chance auf eine Top-Platzierung hatte er auch wegen einer Schulterblessur vorzeitig verspielt.

Kaymer begann am Sonntag stark mit einem Schlaggewinn direkt auf dem ersten Loch und vermied auch danach grobe Fehler. Das nächste Birdie gelang dem zweimaligen Major-Sieger an Bahn sieben - jedoch unmittelbar gefolgt von einem Schlagverlust. Nach dem Birdie auf Loch elf absolvierte er die restlichen Bahnen stets nach Platzvorgabe, am Ende landete er mit insgesamt 282 Schlägen im Mittelfeld.

"Es lief alles generell ein bisschen besser. Ich habe sehr gut geputtet und einige gute Abschläge gemacht", sagte Kaymer, der nach einer kurzen Pause mit seinem vertrauten Coach Günter Kessler "vor allem an den Eisenschlägen" arbeiten will.

Als Kaymer bereits im Klubhaus angekommen war, hatte der Finaltag für den Spitzenreiter noch gar nicht begonnen. US-Star Jordan Spieth nahm die letzte Runde erst am späten Nachmittag mit einem Vorsprung von drei Schlägen auf seinen Landsmann Matt Kuchar in Angriff. Der Texaner hatte an allen Tagen mit glänzenden Leistungen überzeugt - Kaymer hingegen patzte vor allem zu Beginn.

Zwei 72er-Runden am Donnerstag und Freitag ließen den früheren Weltranglistenersten nur knapp den Cut überstehen, auch eine Par-Runde am Samstag brachte keinen großen Fortschritt im Tableau. "Die Schläge mit dem Eisen waren einfach nicht gut", sagte Kaymer danach. "Die Annäherungen waren zu weit weg von der Fahne, obwohl der Platz echt einfach zu spielen war."

Branden Grace schreibt Major-Geschichte

Letztlich lag Kaymer somit während des gesamten Turnierverlaufs im hinteren Mittelfeld des Klassements. Wie es hätte laufen können, bewies am Samstag der Südafrikaner Branden Grace. Der nutzte die hervorragenden Bedingungen zu einer 62er-Runde - der besten der 441 Turniere umfassenden Major-Geschichte - und zog damit noch in die Spitzengruppe ein.

Von Kaymer war eine solch grandiose Leistung wegen seiner aktuellen Formschwäche und der hartnäckigen Schulterblessur nicht zu erwarten gewesen. Vielleicht wird das künftig aber wieder anders aussehen: Wegen der seit Monaten entzündeten Bizepssehne in der linken Schulter wird der Rheinländer in der kommenden Woche seine Blessur ausheilen lassen und weder bei einem Turnier noch im Training Bälle schlagen.

Die British Open hatte er ohnehin nur dank der stetigen Einnahme von schmerzstillenden Mitteln bestreiten können - dass er unter diesen Umständen an allen vier Tagen dabei war, durfte Kaymer zumindest als kleinen Erfolg bewerten.

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