Auch Goldman Sachs schreibt Verlust wegen US-Steuerreform

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Auch die Wall-Street-Größe Goldman Sachs muss wegen der von Präsident Donald Trump vorangetriebenen Steuerreform zunächst einen Verlust verkraften. Im Schlussquartal lag das Minus bei 1,9 Milliarden US-Dollar nach einem Gewinn von mehr als 2,3 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Ohne die Steuerreform, so rechnete das New Yorker Geldhaus am Mittwoch vor, wäre das Ergebnis in etwa stabil geblieben.

Mit 4,4 Milliarden Dollar lag die Belastung durch die Steuerreform zwar ein paar hundert Millionen Dollar niedriger als zuvor von der Bank befürchtet. Insbesondere schlug eine Sonderabgabe auf im Ausland geparkte Gewinne ins Kontor.

Dafür lief es jedoch in einem Teil des Tagesgeschäfts schlechter als von Analysten gedacht: In der einstigen Paradedisziplin - dem Handel mit Rohstoffen, Währungen und Anleihen - brachen die Erträge im Schlussquartal um 50 Prozent ein. Damit litt Goldman Sachs besonders stark unter der Flaute an den Märkten, die auch der Konkurrenz zu schaffen machen. Vorbörslich lag die Aktie leicht im Minus.

Im Gesamtjahr bröckelte der Gewinn von Goldman Sachs von 7,4 Milliarden auf 4,3 Milliarden Dollar ab. Es sei ein herausforderndes Umfeld gewesen, erklärte Bankchef Lloyd Blankfein. Für die Zukunft zeigte er sich zuversichtlich angesichts einer wachsenden Weltwirtschaft und "Rückenwinds durch die US-Steuerreform". Unternehmen müssen ab diesem Jahr einen geringeren Steuersatz entrichten, was die Gewinne auf breiter Front treiben dürfte.