Berliner Fintech startet US-Expansion mit Goldman im Rücken

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Das Berliner Fintech Raisin GmbH, zu dessen Investoren Goldman Sachs Group Inc. gehört, wagt mitten in der Coronakrise den Sprung in die USA.

Während das Unternehmen in Deutschland vor allem für die Vermittlung von europäischen Tages- und Festgeldern über seine Plattform Weltsparen bekannt ist, wird es in den USA zunächst mit einem Software-Produkt für Banken starten. Den Ausbau gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Die Software ermöglicht es Instituten, individualisierbare Sparprodukte für ihre Kunden zu bauen.

“Es ist natürlich sehr ambitioniert in der aktuellen Situation, im US-Markt zu launchen”, erklärte Tamaz Georgadze, CEO und Mitgründer von Raisin, gegenüber Bloomberg. Der Schritt bekräftige den Glauben der Firma an die Wirtschaft. Die erste Bank sei bereits als Kunde gewonnen worden. “Ganz remote”, wie Georgadze angesichts der aktuellen Reisebeschränkungen und Home-Office-Regelungen sagte.

Dem Unternehmen zufolge wurde in New York ein fünfköpfiges Team aufgebaut. Anfang des Jahres hatte Raisin die Übernahme von Choice FS, einem US-amerikanischen Technologieunternehmen, bekannt gegeben.

Raisin zufolge hat die Covid-19-Pandemie in den USA zu einem wachsenden Interesse an Einlagenprodukten geführt. Seit Anfang des Jahres sei dort das Volumen des Einlagenmarktes um mehr als 10% gestiegen.

In Europa, wo die Vergleichsplattform für Einlagen weiter im Mittelpunkt von Raisin steht, haben seit 2013 über 250.000 Kunden Spareinlagen im Wert von über 23 Milliarden Euro bei 90 Partnerbanken angelegt. Einer der größten Konkurrenten in diesem Bereich ist das Hamburger Fintech Deposit Solutions GmbH, an dem die Deutsche Bank AG beteiligt ist.

Goldman Sachs hat im vergangenen Jahr 25 Millionen Euro in Raisin investiert und dafür Anteile im geringen einstelligen Prozentbereich erhalten. Zu den Alt-Investoren des Unternehmens zählte unter anderem auch PayPal Holdings Inc.

(Ergänzt um US-Einlagenmarkt im 5. Absatz)

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